Autorenname: Juliane Bräunlich

Objektberichte

Modernes Betriebsgebäude mit Fertigteilen

Modernes Betriebsgebäude mit Fertigteilen Busstellplätze, Mitarbeiterwohnungen und Tiefgarage Projekt: Betriebsgebäude mit 14 Busstellplätzen, 43 Tiefgaragenstellplätzen und 18 Mitarbeiterappartements in Feldkirchen bei München Bauherr: Busreisen Ettenhuber GmbH, Glonn-Schlacht Architektur: grabow klause architektur, München Betonfertigteile: RBW Rohrdorfer Betonwerke, Zeilarn Fertigstellung: Rohbau Oktober 2025 Das Busunternehmen Ettenhuber mit rund 300 Mitarbeitenden und 150 Omnibussen errichtete am Standort Feldkirchen bei München ein neues Betriebsgebäude, das neben 14 Busstellplätzen insgesamt 43 Tiefgaragenstellplätze und 18 Appartements für Mitarbeitende umfasst. Die Anlage ist zukunftsfähig konzipiert: Neben moderner Gebäudetechnik und einer PV-Anlage auf dem Dach wird die Möglichkeit vorbehalten, zwei weitere Obergeschosse baugleich zum ersten Obergeschoss im späteren Verlauf der Nutzung zu ergänzen.Aufgrund der kurzen Bauzeit und der hohen Oberflächenqualität entschied sich der Bauherr frühzeitig für die Fertigteilbauweise. RBW Rohrdorfer lieferte innerhalb von fünf Monaten Bauzeit etwa 1.400 m² Doppelwand, 2.800 m² Elementdecke sowie diverse Massivbalkone und Fertigteiltreppenläufe für das Vorhaben. Auch dem während der Bauphase aufkommenden Wunsch, das Firmenlogo in die von außen gut sichtbaren Treppenhauswände zu integrieren, konnte RBW qualitativ hochwertig und termingerecht erfüllen.   Vor der Betonage wurde eine speziell hergestellte Matrize auf der Schalung verklebt und mit Trennmittel gewachst. Nach Aushärten des Betons konnte das Element problemlos im Werk Berglern entschalt werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zurück

Objektberichte

Nordbahnviertel Wien

Nordbahnviertel Wien Klimafit bauen, nachhaltig wohnen – mit Beton Katharina Fröschl-Roßboth BDÖ Katharina Fröschl-Roßboth BDÖ Projekt: Wohnhochhaus „Schneewittschen“ und angrenzender „Loft-Flügel“, Nordbhnviertel, Wien (Österreich) Bauherr: WINO GmbH, vertreten durch Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH (EWG) Architektur: Bevk Perovi´c Arhiekti (Schneewitchen), StudioVlayStreeruwitz ZT GmbH (Loft-Flügel) Betonfertigteile: Leier Baustoffe GmbH & Co. KG und Oberndorfer GmbH & Co. KG Fertigstellung: Ende 2024 Österreich braucht leistbaren Wohnraum. Allein in Wien wird die Bevölkerung bis 2040 auf 2,2 Mio. Menschen wachsen. Laut Schätzungen großer Immobiliengesellschaften ergibt sich daraus in den nächsten 14 Jahren allein in der Bundeshauptstadt ein Bedarf von bis zu 100.000 neuen Wohnungen. Projekte im Wiener Nordbahnviertel zeigen, wie vorgefertigte Betonerzeugnisse und Stahlbetonfertigteile helfen können, diesen Bedarf flächensparend und energieeffizient zu decken.Auf dem Gelände des ehemaligen Nordbahnhofs in Wien entsteht seit Jahren ein neuer Stadtteil mit modernen Wohnungen, Parks, Schulen und Infrastruktur. Mit rund 85 ha zählt das Areal zu den größten innerstädtischen Entwicklungsgebieten Wiens. Bis 2030 werden hier rund 20.000 Menschen leben. Gebäude und Freiräume verbinden ökologische, soziale und technische Anforderungen und setzen dafür auf den Baustoff Beton und Stahlbetonfertigteile. Preisgekrönte Beispiele sind das Hochhaus „Schneewittchen“ mit dem benachbarten „Loft-Flügel“ und das Wohnensemble Nordbahnhof III.Neben neuem Wohnraum entsteht im Nordbahnviertel auch eine rund 10 ha große Natur- und Erholungsfläche, die „Freie Mitte“. Die artenreiche Stadtwildnis bildet eine zentrale Grünfläche und wird durch begrünte Wege und Plätze ergänzt. Dabei kommt Beton unter anderem als Wasserspeicher sowie für barrierefreie Möblierung zum Einsatz. Ein Beispiel ist die Bruno-Marek-Allee, ein rund 500 m langer „Klima-Boulevard“. Breite Gehwege, zahlreiche Bäume und Pflastersteine mit hellen Belägen verbessern das Mikroklima und geben Fußgänger:innen und Radfahr:innen Vorrang, während der Autoverkehr reduziert wird. Hohe Wohnqualität bei niedrigem Energiebedarf Das Hochhaus „Schneewittchen“ bildet einen markanten Punkt im Quartier. Mit rund 100 m Höhe und 295 Wohneinheiten ist es derzeit Wiens höchstes Mietwohngebäude. Der benachbarte „Loft-Flügel“ ergänzt das Ensemble um weitere 32 Wohneinheiten, während die Sockelzone vielfältige Nutzungen aufnimmt und sich zum öffentlichen Raum öffnet. Beim Bau spielte Beton eine zentrale Rolle: Durch den Einsatz von vorgefertigten Betonelementen, darunter horizontale Deckenscheiben, tragende Wandscheiben und Stiegenhauselemente, wurden Bauzeit und Baustellenverkehr entscheidend verkürzt. Der Baustoff Beton ermöglichte zudem eine kompakte Bauweise in Höhe und Tiefe und einen energieeffizienten Gebäudebetrieb. Thermisch aktivierte Geschoßdecken dienen als Heiz- und Kühlsystem und sorgen für gleichmäßigen Wohnkomfort. Ein System, das bei mehreren Gebäuden im Nordbahnviertel zum Einsatz kommt: Elementdecken mit integrierter Verrohrung für die Bauteilaktivierung sind, vor allem im geförderten Wohnbau in Wien, mittlerweile Standard. Die Energieversorgung im Hochhaus „Schneewittchen“ und im „Loft-Flügel“ erfolgt über das städtische Fernwärme- und Fernkältenetz. Die niedrige Vorlauftemperatur von rund 38 °C für die Bauteilaktivierung reduziert den Energiebedarf. Der jährliche Heizenergiebedarf der Anlage liegt laut Projektverantwortlichen bei rund 1.360 MWh. Mit ein Grund, warum das Ensemble aus „Schneewittchen“ und „Loft-Flügel“ 2025 mit dem Bauherr:innenpreis der Zentralvereinigung der Architekt:innen Österreichs ausgezeichnet wurde, einem bedeutenden Architekturpreis für Projekte mit hoher baukultureller Qualität. Viel Grün mitten in der Stadt Auch die Wohnanlage Nordbahnhof III verbindet hohen Wohnkomfort mit klimafitter Gestaltung. Neben Bauteilaktivierung setzt das Projekt auf großzügige Außenräume. Das Konzept „Freiraum auf Wohnungsebene“ verbindet Gebäude und Landschaft durch urbane Terrassen. Diese begrünten Ebenen kombinieren Wohnen, Gewerbe und soziale Infrastruktur und schaffen einen Übergang zwischen Gebäude und Stadtraum. Helle Betonpflastersteine und versickerungsfähige Beläge speichern Regenwasser nach dem Schwammstadt-Prinzip lokal und reduzieren Versiegelung. In Kombination mit neu gepflanzten Bäumen kann die wahrgenommene Temperatur an heißen Tagen gegenüber vollständig versiegelten Flächen um bis zu 14 °C sinken. Die Wohnanlage Nordbahnhof III wurde für ihr Freiraumkonzept mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Greenpass-Zertifikat in Gold. Betonfertigteile als Fundament für nachhaltiges Wohnen Das Nordbahnviertel zeigt, wie sich mit Betonfertigteilen, moderner Gebäudetechnik und großzügigen Grünräumen nachhaltige Wohnqualität in der Stadt umsetzen lässt. Architektur, Energieeffizienz und Freiraumgestaltung greifen ineinander und bilden die Grundlage für ein zukunftsfähiges Stadtquartier. Zurück

Objektberichte

Domcenter Linz

Domcenter Linz Eine moderne Ergänzung für den Mariendom in Linz Gregor Graf / IZB Gregor Graf / IZB Projekt: Domcenter Linz, Österreich Bauherr: Bischof-Rudigier-Stiftung Bauleitung: BauMut Schinagl GmbH, Linz Architektur: Peter Haimerl. Architektur, Studio Clemens Bauder Betonferrtigteile: PURAcrete Fassade: BauMut Schinagl GmbH, Linz Fertigstellung: April 2024   Das Domcenter Linz mit einem Dach aus drei filigranen Baldachinen zeigt neue Potenziale des Baustoffs Beton auf. Die Architektur des neuen Domcenters greift historische Bezüge auf und transformiert sie in eine zeitgemäße Formensprache. Der Anbau wird so zum architektonischen Dialog zwischen Gegenwart und Geschichte. Der Bau von Schalenkonstruktionen aus Beton gehört wohl mit zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der Architektur. Geometrie, Statik und Ästhetik vermitteln Leichtigkeit und schaffen durch gezielte Lichtführung eine Atmosphäre der Transzendenz. Sie vermitteln Gegensätze wie Aufstieg und Absenkung, Schwere und Leichtigkeit. Betonschalenkonstruktionen wie auch doppelt gekrümmten Schalenkonstruktionen aus Beton, sogenannte hyperbolische Paraboloidschalen oder Hyparschalen, sind nicht nur technische Meisterleistungen, sondern auch spirituelle Symbole der modernen Architektur, Metaphern für das Verbindende zwischen Himmel und Erde. Bekannte Beispiele sind unter anderem Kenzō Tanges Kathedrale in Tokio von 1966, die Hyparschale von Ulrich Müther in Magdeburg von 1969, die Oper in Sydney von Jørn Utzon von 1973 und das Auditorio de Tenerife von Santiago Calatrava, gebaut 2011. Nun kommen Sie auch in Linz zum Tragen. Innovative digitale und fertigungstechnische Verfahren Frei geformte Schalenkonstruktionen aus Beton sind nicht nur in der Herstellung anspruchsvoll, sondern auch schalungstechnisch aufwändig, weshalb sie in den letzten Jahren nur noch selten realisiert wurden. Heute jedoch machen innovative digitale und fertigungstechnische Verfahren eine Renaissance möglich. Auftakt für eine solche Wiederentdeckung ist der Zubau für den Mariendom im österreichischen Linz. Architekten des neuen Domcenters Linz, das sich durch ein doppelt gekrümmtes Betondach auszeichnet, sind die Architekten Peter Haimerl aus München und Clemens Bauder aus Linz. Der Mariendom in Linz und die Idee eines Zubaus aus Beton Der Linzer Mariendom, die größte Kirche Österreichs, wurde zwischen 1862 und 1924 erbaut. Mit seiner neogotischen Architektur dominiert er das Stadtbild. Doch obwohl Wahrzeichen der Stadt, verlor er, bedingt durch den strukturellen Wandel unserer Gesellschaft und damit einhergehender geringerer gesellschaftlicher Bedeutung der Kirchen, zunehmend seinen Stellenwert als Ort der Begegnung. Ein Umstand, unter dem heute viele Sakralbauten leiden. Anlässlich des hundertjährigen Weihejubiläums des Doms im Jahr 2024 beschloss die Diözese Linz 2022 im Rahmen eines Workshops, dem entgegenzuwirken und das Domgebäude für neue Zielgruppen zu öffnen und attraktiv zu machen. Geplant war zunächst die Schaffung neuer Ausstellungsräume und eines Bookshops innerhalb des Domgebäudes. Im Rahmen des Workshops entwickelten die Architekten Peter Haimerl (zuständig für die Architektur) und Clemens Bauder (zuständig für die Planung der Ausstellungsräume) diese ursprüngliche Idee im Sinne eines Zubaus zur Domkirche weiter: Das neue Domcenter solle fungieren als einladender Zugang zur Kirche, vergleichbar mit dem Foyer eines Museums oder Konzertsaals. Besucherinnen und Besucher werden von einem modernen Café sowie einem Info- und Book-Point empfangen und von dort über eine neue Raumfolge zu den Ausstellungen und dem historischen Eingangsbereich der Kirche im Norden geleitet. Das Domcenter vereint damit touristische und seelsorgerische Angebote und bietet zugleich einen flexibel nutzbaren Raum für kirchliche und nichtkirchliche Veranstaltungen. Für den Zugang, mit dem sich der historische Kirchenbau auf seiner östlichen Seite zur Stadt hin als Schnittstelle zwischen sakralem Raum und urbanem Leben neu öffnet, so Peter Haimerl, „verfolgten wir damals zwei Grundideen. Zum einen planten wir eine zeltartige Struktur von außen vor die Kirche zu bauen. Zum anderen sollte diese der Umkehrung der Spitzgewölbe in den Seitenschiffen des historischen Doms entsprechen.“ Für diese Idee, so berichtet der Architekt, ließ er sich auch vom dem katalanischen Architekten Antoni Gaudi inspirieren. Gaudi, bekannt für seine Kirche „Sagrada Familia“ in Barcelona, versuchte ebenfalls, Jochgewölbe durch Hängekonstruktionen zu simulieren. „Was übrigens nicht funktioniert. Auch das habe ich hier lernen müssen,“ ergänzt Haimerl. Planung, Materialien und Konstruktionen der Betondachschalen Für die Realisierung der zeltartigen Struktur des Zubaus, Baldachinen gleich, wurden zunächst, so Peter Haimerl, zwei Varianten entwickelt, eine Holzkonstruktion und ein von Robotern gewebtes Geflecht aus Hanfseilen, das noch näher an die Ideen Gaudis angelehnt gewesen wäre. Beide Varianten jedoch, so Haimerl, fanden beim für den Mariendom zuständigen Bundesdenkmalamt wenig Zustimmung. Das Denkmalamt wünschte sich stattdessen eine dem Dombau entsprechende hochwertige Architekturqualität, „die nachhaltig ist und über Jahrhunderte hält.“ Diesem Wunsch entsprechend, so Haimerl, wurde eine der steinernen Hülle des Doms adäquate, technologisch höchst anspruchsvolle und frei geformte Betonkonstruktion gewählt, die eine schlanke Profilierung erlaubt. Aus denkmalpflegerischen Gründen wurde der Anbau konstruktiv vom Dom entkoppelt, was noch einmal eine besondere Herausforderung darstellte: Drei baldachinähnliche Schalenkonstruktionen, zusammengesetzt aus mehreren Betonfertigteilen, ruhen jeweils ausbalanciert auf einer Stütze im Zentrum und ragen vor der historischen Fassade nach oben, ohne diese zu berühren. Die feinen Stützen an der Längsfassade übernehmen in einem seltenen Lastzustand eine Zugfunktion, um ein Kippen zum Dom hin zu verhindern. Die tragende Unterschale der Konstruktion ist dreidimensional gekrümmt, um im Inneren eine weiche, angenehme Atmosphäre zu schaffen. Gleichzeitig sorgt sie für eine spannende Raumatmosphäre. Die obere, auf einer Zwischendämmung aufgelegte Schale ist nur zweidimensional gebogen und entspricht somit der Umkehrung der zweidimensionalen Spitzgewölbe in den Seitenschiffen des historischen Domes. Realisierung des doppelt gekrümmten Betondachs Die architektonische Ausformulierung des Zubaus und die Wahl der Materialien im denkmalgeschützten Kontext fand von Projektbeginn an in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und den verantwortlichen Dombaumeistern Wolfgang Schaffer und Michael Hager und der Bischof Rudigier Stiftung statt. Mit der Herstellung der Detailplanung und Produktion des doppelt gekrümmten Betondachs des Domcenters wurde die Firma Puracrete GmbH aus Übelbach in der österreichischen Steiermark beauftragt, die unter anderem auf komplexe Schalungen für Ortbeton- und Betonfertigteile spezialisiert ist. „Die von Architekt Peter Haimerl entworfenen Formen des Betondachs“, so Gernot Parmann, Geschäftsführer von Puracrete, „wurden im Rahmen Planungs- und Herstellungsprozesses kontinuierlich optimiert und entsprechend neu aufgebaut. Die für die Fertigung notwendigen Daten wurden dafür aus den CAD-Modellen des Architekturbüros extrahiert. Die Umsetzung der Konstruktion erfolgte in Rhinoceros 3D, einer Softwareumgebung für den Einsatz von parametrischen Werkzeugen und die Verarbeitung von freigeformten Flächen. Bei geometrisch derart aufwendigen Flächen sind die Auswirkungen auch noch so kleiner Änderungen extrem: Eine kleine Änderung der Gesamtform

Positionen

Klimaresiliente Stadtgestaltung durch wassersensible und multifunktionale Flächen

Klimaresiliente Stadtgestaltung durch wassersensible und multifunktionale Flächen Die zunehmenden Folgen des Klimawandels stellen Städte vor akute Herausforderungen. Häufigere Starkregen, längere Hitzeperioden und wachsende Belastungen für Infrastruktur und Lebensqualität zwingen zum Umdenken. Eine zukunftsfähige Stadtentwicklung muss daher konsequent auf Klimafolgenanpassung ausgerichtet werden. Zentrale Leitidee ist eine integrierte, wassersensible und multifunktionale Gestaltung urbaner Räume im Sinne des Schwammstadtprinzips. Forderungen: Konsequente Umsetzung des SchwammstadtprinzipsStädte müssen so geplant werden, dass Niederschlagswasser möglichst dezentral aufgenommen, gespeichert und zeitverzögert abgegeben wird, anstatt es schnell abzuleiten. Stärkung der dezentralen RegenwasserbewirtschaftungVersickerungsfähige Oberflächen sind in geeigneten Bereichen flächendeckend einzusetzen, um Kanalisationen zu entlasten, Überflutungen zu vermeiden und die Grundwasserneubildung zu fördern. Betonstein in ungebundener Bauweise entsiegelt Flächen. Verpflichtende Integration von Blue-Green-StreetsVerkehrsflächen sind als multifunktionale Räume zu gestalten, die neben der Mobilität auch klimaökologische und soziale Aspekte wie Begrünung und Aufenthaltsqualität verbessern. Förderung versickerungsfähiger PflastersystemeDer Einsatz von Pflasterlösungen mit Sickerfugen, erweiterten Fugen oder offenporigen Strukturen soll auf geeigneten Flächen zum Standard im urbanen Raum werden. Ausbau begrünbarer FlächenbefestigungenInsbesondere auf gering belasteten Verkehrsflächen, wie zum Beispiel Parkplätzen, sind begrünbare Pflastersysteme zu priorisieren, um Verdunstungskühlung, Biodiversität und Wasserrückhalt zu stärken. Kombination verschiedener FlächensystemeKommunen sollen wo möglich gezielt Mischlösungen einsetzen (zum Beispiel Fahrspuren versickerungsfähig, Stellplätze begrünt), um klimaökologische Effekte zu erhöhen. Reduzierung des urbanen WärmeinseleffektsHelle, Solar-Reflectance-Index (SRI)-optimierte Beläge sind verstärkt zu verwenden, um der Aufheizung von Städten entgegenzuwirken. Verpflichtende Berücksichtigung klimatischer Wirkung bei MaterialwahlThermische Eigenschaften von Oberflächen müssen als Planungsstandard in Ausschreibungen und Regelwerken verankert werden. Förderung ressourcenschonender BaustoffeDer Einsatz von Betonpflaster mit rezyklierten Gesteinskörnungen ist auszubauen, um Primärrohstoffe zu schonen und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Einführung verbindlicher UmweltstandardsNachhaltigkeitslabel wie CSC sollen als Mindestanforderung für öffentliche Bauprojekte etabliert werden. Fazit: Eine klimaresiliente Stadtgestaltung erfordert ein Umdenken in Planung und Baupraxis. Durch die konsequente Verbindung von Wasserbewirtschaftung, Begrünung, Materialwahl und multifunktionaler Flächennutzung können Städte widerstandsfähiger, lebenswerter und nachhaltiger gestaltet werden. Viele kleine Maßnahmen entfalten dabei in der Summe eine große Wirkung. Zurück

Objektberichte

Individuelle Architektur und nachhaltige Stadtentwicklung vereint

Individuelle Architektur und nachhaltige Stadtentwicklung vereint Betonfertigteile als nachhaltiger Baustein urbaner Quartiere – das Westfield Hamburg-Überseequartier © Koy+Winkel © Koy+Winkel © Koy+Winkel Projekt: Westfield Hamburg-Überseequartier, Hamburg HafenCity Bauherr: Unnibail-Rodamco-Westfield Architektur: Städtebauliches Gesamtkonzept: Trojan Trojan + Partner, Darmstadt                        Wohngebäude „Eleven Decks“: Carsten Roth Architektur, Hamburg Projektdauer: Südliches Überseequartier: 2014 – 2025                           Montage Betonfertigteile „Eleven Decks“: 2023 – 2024 Betonfertigteile: Balkone und Loggien aus durchgefärbtem Architekturbeton                                540 monolithische Fertigteile aus selbstverdichtendem Beton                                Sichtbetonklasse SB4, Festigkeitsklasse C40/50 Hersteller: Hemmerlein Ingenieurbau GmbH, Bodenwöhr Zertifizierungen: BREEAM Commuities „exellent“ (erstes Stadtquartier in Deutschland)                                 DGNB Vorzertifikat „Nachhaltige Baustelle“ (2021)                                CSC-Zertifikat Silber (mobiles Transportbeton-Mischwerk, 2022) Das Westfield Hamburg-Überseequartier demonstriert, wie Architekturbetonfassaden aus Betonfertigteilen nachhaltige Stadtentwicklung und individuelle Gestaltung verbinden. Vorgefertigte Balkone und Loggien aus durchgefärbtem Sichtbeton prägen das Quartier architektonisch und ermöglichen zugleich eine ressourceneffiziente, präzise Bauweise. Als erstes Stadtquartier Deutschlands mit der BREEAM-Communities-Zertifizierung „exzellent“ setzt das Projekt damit Maßstäbe für zukunftsfähiges Bauen mit Beton – technisch, gestalterisch und ökologisch. Mit dem Westfield Hamburg-Überseequartier ist in der Hamburger HafenCity eines der ambitioniertesten Stadterneuerungsprojekte Europas realisiert worden. Als erstes Stadtquartier in Deutschland wurde es mit der Zertifizierung „BREEAM Communities“ in der Bewertung exzellent ausgezeichnet. Diese Auszeichnung bewertet nicht nur einzelne Gebäude, sondern den ganzheitlichen Entwicklungsprozess eines Quartiers – von der Planung über die Bauphase bis zum langfristigen Betrieb – und berücksichtigt ökologische, soziale sowie wirtschaftliche Kriterien gleichermaßen. Bei der Fassade ist die Wahl auf vorgefertigten und klinkerrot durchgefärbten Architekturbeton gefallen. Vorgefertigte Betonbauteile ermöglichen eine industrielle, qualitätsgesicherte Herstellung unter kontrollierten Bedingungen. Dadurch lassen sich Materialeinsatz, Energieverbrauch und eventuelle Fehlproduktion deutlich reduzieren. Gleichzeitig verkürzen sich Bauzeiten auf der Baustelle erheblich, was zu geringeren Emissionen, weniger Lärm und einer reduzierten Verkehrsbelastung im innerstädtischen Umfeld führt – Aspekte, die auch in der BREEAM-Bewertung positiv berücksichtigt werden. Die Zertifizierung „BREEAM Communities“ basiert auf einem wissenschaftlich fundierten Kriterienkatalog und unterstützt die Erreichung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen sowie der ESG-Anforderungen der EU. Bewertet werden unter anderem Flächeneffizienz, Mobilitätskonzepte, Einbindung in die lokale Community, Ressourcenschonung, Emissionsmanagement sowie die Schaffung resilienter, anpassungsfähiger Strukturen. Im Westfield Hamburg-Überseequartier entstehen rund 8.000 Arbeitsplätze, vielfältige Nutzungen für alle Altersgruppen sowie ein nachhaltiges Mobilitätskonzept mit eigener U-Bahn-Station, Busanbindung und rund 3.500 Fahrradstellplätzen. Zudem wird durch die innerstädtische Entwicklung die Versiegelung von etwa 8.000 m² natürlicher Flächen vermieden. Wie Betonfertigteile auch architektonisch anspruchsvoll eingesetzt werden können, zeigt das Wohngebäude „Eleven Decks“ innerhalb des Quartiers. Balkone und Loggien aus durchgefärbtem rotem Architekturbeton prägen die Fassaden und schlagen eine visuelle Brücke zu den historischen Backsteinbauten der Speicherstadt. Insgesamt wurden 540 monolithische Fertigteile realisiert, die sowohl straßenseitig als auch hofseitig höchste Sichtbetonqualitäten erfüllen. Zum Einsatz kamen selbstverdichtende Betone der Festigkeitsklasse C 40/50 in Sichtbetonklasse SB4, die aufgrund ihrer hohen Fließfähigkeit komplexe Geometrien, scharfe Kanten und gleichmäßige Oberflächen ermöglichen. Die Fertigteile wurden auf Basis einer detaillierten 3D-Planung in präzise gefertigten Holzschalungen hergestellt, die direkt aus digitalen Modellen per CNC-Technik abgeleitet wurden. Unterschiedliche Grundtypen sowie zahlreiche Sonderbauteile erlaubten eine hohe gestalterische Individualität bei gleichzeitig wirtschaftlicher Serienfertigung. Die bis zu 8,5 t schweren Fassadenelemente wurden werkseitig hydrophobiert, weitgehend witterungsgeschützt gelagert, transportiert und vor Ort auf die vorbereitete Unterkonstruktion montiert – ein Montageprinzip, das Präzision, Rückbaubarkeit und langfristige Dauerhaftigkeit vereint. Das Westfield Hamburg-Überseequartier zeigt exemplarisch, wie Betonfertigteile für nachhaltige Stadtquartiere eingesetzt werden können: Sie verbinden technische Leistungsfähigkeit, hohe gestalterische Freiheit und industrielle Effizienz mit den Anforderungen moderner Zertifizierungssysteme wie beispielsweise BREEAM. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Transformation des Bauens – funktional, ressourcenschonend und architektonisch überzeugend.   Zurück

Objektberichte

Innovation Greenhouse Bonn

Innovation Greenhouse Bonn Ressourceneffiziente Betonfassade als Schlüssel nachhaltiger Büroarchitektur ©AndreasLürding ©AndreasLürding Projekt: Bürokomplex Innovation Greenhouse Standort: Bonn-Oberkassel Bauherr: BonnVisio Real Estate GmbH, Bonn Projektdauer: 2023 bis 2025 Architektur: GPG Architekten, Köln Betonelemente: HERING Bau GmbH & Co. KG, Hering Architectural Concrete, Burbach Das Innovation Greenhouse in Bonn vereint nachhaltige Architektur, moderne Arbeitswelten und innovative Betonbautechnik in einem Gebäude. Der Bürokomplex setzt, sowohl städtebaulich als auch konstruktiv neue Maßstäbe, dabei steht insbesondere der konsequente Einsatz recycelter und nachhaltiger Baustoffe und Materialien im Mittelpunkt.  Städtebauliche und architektonische Konzeption Das Bürogebäude, geplant von GPG Architekten in Köln, liegt auf einem spitz zulaufenden Grundstück im Quartier Bonner Bogen. Es fungiert als städtebaulicher Auftakt des neuen Quartiers am Bahnhof Bonn-Oberkassel und übernimmt zugleich eine schallabschirmende Funktion gegenüber der Bahntrasse. Die besondere Grundstücksform wurde konsequent in eine dreieckige Gebäudestruktur übersetzt. Der barrierefreie Zugang erfolgt von der Karl-Duwe-Straße aus, während ein großzügiges verglastes Atrium mit Solarglasdach das Herzstück des Gebäudes bildet – Lichtquelle, Orientierungspunkt und sozialer Mittelpunkt zugleich.  Die offenen Büroflächen sind nach New Work-Prinzipien strukturiert und bieten auf rund 3.500 m² und sechs Etagen flexible Raumkonzepte für moderne Arbeitswelten. Eine elegant gewendelte Stahltreppe verbindet die verschiedenen Ebenen und betont den offenen Charakter der Architektur. Im Erdgeschoss sorgt ein öffentlich zugänglicher „Marketplace“ sowie ein Lounge-Café für Vernetzung und Austausch – ein Aspekt, der über die reine Bürofunktion hinausgeht. Die besondere Lage und Grundstücksgeometrie stellten hohe Anforderungen an Tragwerksplanung, Fassadengestaltung und Bauablauf – Anforderungen, die durch eine Stahlbetonkonstruktion mit hohem Anteil an vorgefertigten Bauteilen wirtschaftlich und qualitativ hochwertig gelöst werden konnten. Architekturbetonfassade aus RC-Beton Ein zentrales architektonisches Element des Innovation Greenhouse ist die markante Fassade – eine Sandwichkonstruktion aus Recyclingbeton (RC-Beton), die von Hering Architecturel Concrete in einer hohen Vorfertigungstiefe realisiert wurde. Sie umfasst insgesamt 1.475 m² und besteht aus 107 vorgefertigten Betonelementen. Der Einsatz von RC-Beton mit einem Anteil von etwa 30 % recycelten Gesteinskörnungen leistet einen konkreten Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Reduktion des Primärrohstoffverbrauchs im Betonbau – ohne Kompromisse bei technischer und ästhetischer Qualität. Die äußere Erscheinung des Gebäudes variiert bewusst in der Oberflächenbehandlung: glatt, gewaschen, säurebehandelt und gestrahlt – diese Differenzierung erzeugt ein modernes, lebendiges Fassadenbild und unterstreicht die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten des Betons als sichtbares Baumaterial. Gleichzeitig zeigt sie, dass auch bei Recyclingbeton eine hohe Oberflächenqualität und Reproduzierbarkeit möglich ist. Bauablauf und Montage Durch die hohe Vorfertigung im wettergeschützten Werk konnten Ablaufplanung, Qualität und Montagezeiten optimiert werden. Die Betonelemente wurden just-in-time auf die Baustelle geliefert und mithilfe von Mobilkränen montiert. Durch präzise werkseitige Planung der Anschlüsse, Befestigungspunkte und Toleranzen konnte ein zügiger Baufortschritt gewährleistet werden – ein entscheidender Vorteil der Vorfertigung, insbesondere bei innerstädtischen Bauprojekten mit begrenzten Logistikflächen und engem Zeitfenster.  Nachhaltigkeit und Zertifizierung Auch energetisch ist das Gebäude konsequent ausgelegt: Photovoltaikmodule am Gebäude und dem benachbarten Parkhaus schaffen eine nachhaltige Energieversorgung, ergänzt durch moderne Lüftungs- und Wärmesysteme.  Das Bauwerk wurde durchgängig nach nachhaltigen Kriterien entwickelt. Es besteht aus recycelten Baustoffen und energieeffizienten Produkten, ist nach Effizienzhausstandard realisiert und trägt sowohl das DGNB-Zertifikat als auch das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG), was die ökologische, ökonomische und soziokulturelle Qualität des Bauwerks unterstreicht. Auch die Planungs- und Bauprozesse selbst wurden nach strengen Nachhaltigkeitskriterien gestaltet. Fazit Das Bauwerk liefert wichtige Impulse für Planende und Bauherren und ist ein wegweisendes Referenzobjekt für die Zukunft des urbanen, nachhaltigen Bauens. Es zeigt, wie Vorfertigung und RC-Beton architektonische Qualität, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Bauprozesse erfolgreich verbinden.   Zurück

Objektberichte

Stauraumkanal für Feuerwehr-Übungsfläche in Kirchzarten

Stauraumkanal für Feuerwehr-Übungsfläche in Kirchzarten Regenwasserbewirtschaftung und Löschwasserbereitstellung © Röser Vertriebs-GmbH © Röser Vertriebs-GmbH © Röser Vertriebs-GmbH © Röser Vertriebs-GmbH Projekt: Stauraumkanal Gesamtvolumen/Nutzvolumen: ca. 110 m³ Stahlbetonrohr: DN 2000 – 36lfm Anfangs- und Endrohr mit Drossel- und Entnahmetechnik: ca. 15,0 t Gewicht je Standardrohr: ca. 10,5 t Betongüte: C40/50 XA2 Belastbarkeit der Rohre: SLW60 mit 0,50 m Erdüberdeckung Die Gemeinde Kirchzarten hat für die örtliche Feuerwehr eine moderne Übungs- und Lagerfläche geschaffen, die praxisorientierte Ausbildung mit funktionaler Infrastruktur vereint. Für realitätsnahe Einsatzübungen wird nicht nur spezielles Material benötigt, sondern auch ausreichend Platz. Größere Szenarien lassen sich nur dann authentisch trainieren, wenn Raum für die Bewegung von Fahrzeugen, Geräten und Einsatzkräften zur Verfügung steht. Auf dem neuen Gelände sind diese Voraussetzungen gegeben: Die großzügige Lager- und Übungsfläche kann flexibel für den Aufbau von Übungslagen genutzt werden, etwa mit LKWs oder Bussen für die technische Rettung. Zudem bietet sie Stellmöglichkeiten für Abrollcontainer, die im Einsatzfall schnell und gezielt bereitgestellt werden können. Entwässerung und Ausbildung im Einklang Für die Entwässerung des Projektes wurde ein Gesamtkonzept durch einen neu errichteten Stauraumkanal geschaffen, welcher nachfolgend näher beschrieben wird. Dieser erfüllt nicht nur die gesetzlichen Vorgaben zur Regenwasserbewirtschaftung, sondern ist zugleich auf die speziellen Anforderungen der Feuerwehr abgestimmt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der praxisgerechten Löschwasserbereitstellung. Ein Teil des Wassers aus dem Stauraumkanal wird über einen genormten Sauganschluss durch Feuerwehrpumpen entnommen. Je nach Pumpenmodell können hier unter anderem Förderleistungen von 800 bis zu 2.000 l/min erreicht werden – Werte, die auch im realen Einsatzgeschehen auftreten. Dank des großen Speichervolumens lassen sich selbst Übungen mit hohem Wasserbedarf realistisch durchführen. Über den geschlossenen Wasserkreislauf wird das eingesetzte Wasser in die Zisterne zurückgeführt und steht damit für weitere Übungen zur Verfügung. So wird gewährleistet, dass Umweltschutz, rechtliche Rahmenbedingungen und die Bedürfnisse der Einsatzkräfte gleichermaßen berücksichtigt werden. Vorteile für den Praxiseinsatz Bei Flächenbrandübungen wird unter anderem das Verfahren „Pump & Roll“ trainiert, das einen hohen Wasserbedarf erfordert. Dank des auf dem Gelände installierten Wasserkreislaufs fließt das eingesetzte Wasser über die Rinne direkt zurück in die Zisterne und steht anschließend für weitere Übungen zur Verfügung. Das Wasser aus der Zisterne wird über den genormten Sauganschluss entnommen und durch eine Feuerwehrpumpe gefördert. Das große Speichervolumen der Zisterne ermöglicht dabei realitätsnahe Einsatzübungen mit hohen Durchflussmengen.  Technische Planung und Anforderungen Gemäß Bebauungsplan durfte das auf der versiegelten Fläche anfallende Regenwasser nur mit einer gedrosselten Abflussmenge von maximal 2,9 l/s in das Kanalnetz eingeleitet werden. Diese Vorgabe diente dem Schutz der vorhandenen Infrastruktur sowie der Vermeidung einer Überlastung des Kanalsystems bei Starkregenereignissen. Um zusätzlich Überflutungen auf dem Gelände selbst oder auf angrenzenden Grundstücken zuverlässig zu verhindern, war ein Retentionsvolumen von mindestens 36 m³ erforderlich. Dieses Volumen dient als Zwischenspeicher, in dem anfallendes Niederschlagswasser kontrolliert zurückgehalten und anschließend mit der zulässigen Abflussmenge abgeleitet wird. Über diese Mindestanforderungen hinaus entschied sich die Gemeinde Kirchzarten, den neu zu errichtenden Stauraumkanal mit erweiterten Speicherkapazitäten auszustatten. Damit wurde nicht nur den gesetzlichen Vorgaben entsprochen, sondern auch ein deutlicher Mehrwert für Feuerwehr und Kommune geschaffen. Konkret wurde das Retentionsvolumen um folgende Nutzungen ergänzt: 20 m³ für die Übungen der Feuerwehr, um unabhängig vom Trinkwassernetz zu trainieren, 50 m³ für die Bewässerung von Grünflächen und Bäumen in der Kommune beziehungsweise als zusätzliche Rückhaltung von Löschwasser Damit ergibt sich ein Gesamtvolumen von rund 110 m³. Nach sorgfältiger Prüfung verschiedener Bauweisen entschied sich die Gemeinde für den Einbau von Stahlbetonrohren DN 2000 als Stauraumkanal. Diese Lösung erwies sich als die beste Kombination aus Belastbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit und erfüllt damit die Anforderungen der neuen Übungs- und Lagerfläche optimal. Ein großer Vorteil ist die hohe Tragfähigkeit der Rohre. Sie sind für die Belastungsklasse SLW60 ausgelegt und halten damit selbst schwerem Feuerwehr- und LKW-Verkehr stand. Besonders wichtig war dabei, dass diese Last auch bei einer Erdüberdeckung von 0,5 m gegeben ist – ideal für die Übungsfläche. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht überzeugte die Bauweise. Die vorgefertigten Rohrsegmente ließen sich schnell und effizient verlegen, was eine kurze Bauzeit ermöglichte. Gleichzeitig sind Stahlbetonrohre extrem langlebig, sodass die Anlage für viele Jahrzehnte zuverlässig genutzt werden kann. Ein weiteres Plus ist die Nachhaltigkeit. Die Rohre wurden in Baden-Württemberg von der Firma Röser GmbH hergestellt – kurze Transportwege und regionale Fertigung sorgen für eine gute Ökobilanz. Darüber hinaus sind die eingesetzten Stahlbetonrohre zu 100 % recyclingfähig und tragen somit aktiv zur Ressourcenschonung bei. Für die Ausführung kam die Betongüte C40/50 XA2 zum Einsatz. Sie sorgt dafür, dass die Rohre auch unter hoher Belastung und wechselnden Umweltbedingungen dauerhaft beständig bleiben. Ausführung und Ausstattung Um die gedrosselte Ableitung des Regenwassers zu gewährleisten, wurde eine Wirbeldrossel aus Edelstahl, im oberen Bereich des Stauraumkanals installiert. Sie reguliert den Abfluss präzise auf 2,9 l/s. Für die Feuerwehr wurde eine genormte Ansaugleitung mit STORZ A Sauganschluss integriert, die werkseitig in den Rohrstrang eingebaut wurde.Eine bauseitige Pumpe ermöglicht die Entnahme für die kommunale Bewässerung. Die Verlegung des Stauraumkanals – insgesamt 36 lfm Rohrstrang – wurde in circa 8 Stunden (ohne Erdarbeiten) abgeschlossen. Die Rohre wurden Just-in-Time von regionalen Speditionen angeliefert. Mithilfe eines Mobilkrans erfolgte das Einheben in die Baugrube, anschließend schob der ohnehin für die Erdarbeiten eingesetzte Bagger die Rohre zentrisch ein. Für die Baufirma bedeutete dies eine einfache und zugleich äußerst effiziente Verlegung. Die gesamte Fläche entwässert über eine Schwerlastrinne in den Stauraumkanal. Das Besondere: Bei Feuerwehrübungen mit Pumpendurchflüssen von 1.000 bis 4.000 l/min kann das entnommene Wasser über die Rinne zurück in den Stauraum geleitet werden – ein geschlossener Kreislauf, der realitätsnahe Übungen ermöglicht und das Trinkwassernetz dabei nicht beansprucht. Zur zukünftigen Sicherstellung eines flexiblen Betriebs wurde ein Trennschacht in Nennweite DN 1000 ausgeführt. Dieser ist mit zwei werkseitig eingebauten Schiebern ausgestattet. Über die Schieber lässt sich der nachgeschaltete Stauraumkanal bei Bedarf vollständig absperren, sodass das anfallende Oberflächenwasser kontrolliert am Stauraum vorbei in den weiteren Kanalstrang geleitet wird. Die Schachtkonstruktion verfügt über eine Abdeckung DN 800, über die beide Schieber manuell betätigt und ihre Stellung optisch überprüft werden können. Die Schieber sind einzeln dichtend ausgeführt und sind von oben komfortabel zu bedienen. Dadurch ist eine sichere Trennung zwischen Stauraum und Bypassleitung gewährleistet. Fazit Mit dem neuen

Objektberichte

Spalatin-Schule, Spalt

Spalatin-Schule, Spalt Grüne Klassenzimmer und barrierefreie Wege ©braun-steine GmbH Projekt: Schulhof Spalt, 91147 Spalt Planung: Ermisch und Partner, 91154 Roth Ausführung: Biedenbacher Garten- und Landschaftsbau, 91126 Kammerstein Fertigstellung: 2023 Produkt: ARENA®, Nr. 10 Naturgrau, ARENA® BEL CANTE Pflasterplatten, Nr. 10 Naturgrau Produkthersteller: braune-steine GmbH, Amstetten Ein Schulhof mit vielen Sitzgelegenheiten, blühenden Pflanzen und ohne Autos – darüber können sich die Schüler der Spalatin-Schule im bayerischen Spalt freuen. Die Belagsflächen sind nicht nur versickerungsfähig, sondern auch barrierefrei. An sonnigen, warmen Tagen können Lehrer und Schüler der Grund- und Mittelschule in Spalt den Unterricht ins Freie verlegen – zwei grüne Klassenzimmer machen es möglich. Wo vorher Autos im Schulhof parkten, gibt es jetzt viele Gelegenheiten zum Spielen, Toben, Sitzen, Reden – oder eben zum Lernen. Asphaltierte Plätze und Wege, Durchgangsverkehr, voneinander getrennte Höfe, die nur durch die Schule hindurch zu erreichen waren, unattraktive Grünflächen und Höhenunterschiede, die das Erreichen der Eingänge und die Übersicht in der Pause erschwerten – das gehört an der Grund- und Mittelschule in Spalt der Vergangenheit an. Eine Besonderheit: „Der Platz ist nicht nur Pausenhof, sondern öffentlich zugänglich“, sagt Landschaftsarchitektin Anke Kühn von Ermisch & Partner. Das Planungsbüro aus Roth war für die Neugestaltung der Außenanlagen zuständig.  Die Vorgaben der Stadt an die Planer umfassten die Entsiegelung der Flächen und Nachhaltigkeit durch den Erhalt des Baumbestands, die Wiederverwendung von Spielgeräten und Einbauten sowie die Entwässerung über offene Fugen und Grünflächen. Außerdem wurden barrierefreie Beläge und Zugänge gefordert. Zunächst einmal wurde die Höhensituation neu geordnet. Jetzt ist der Eingang zur Schule sowohl über eine Rampe am Rand der Fläche erreichbar als auch über eine großzügige Treppenanlage, die das Gelände terrassiert und mit Sitzmauern zum Aufenthalt einlädt. Die untere Ebene ist eine großzügige Fläche mit neuen Bäumen. Für die Belagsflächen entschieden sich Bauherr und Planerin für ARENA® Pflaster in Naturgrau und die ARENA® BEL CANTE Pflasterplatten im gleichen Farbton. Die Pflasterplatten gibt es in verschiedenen Formaten, die in Kombination mit den Pflastersteinen lebendige Belagsbilder ergeben. Wie das richtungslose Pflaster lassen sich auch die Platten einfach und ohne zusätzliche Schnitte verlegen. „ARENA® war die optimale Lösung für versickerungsfähiges Pflaster, das sich sowohl gut begehen als auch mit Fahrrädern oder Rollstühlen befahren lässt“, sagt Anke Kühn. Alle bisherigen Entwässerungseinrichtungen verschwanden – Regenwasser wird jetzt durch die Fugen und in die angrenzenden Grünflächen versickert. Nachhaltigkeit und inklusive Gestaltung prägen die neue Schulumgebung Die unattraktiven Restgrünflächen auf dem Gelände wichen Rasen, Blühstreifen und Staudenbeeten an den Rändern der Fläche. „Rasen auf einem Schulhof ist schwierig, weil er extrem strapaziert wird“, erklärt Anke Kühn. So sind nun die grünen Klassenzimmer von Wiesen umgeben, die Fugen des Belags wurden dort mit Rasen begrünt. Vor den Gebäuden wurden Staudenbeete angelegt und gemeinsam mit den Schülern bepflanzt. „Da die Kinder nun genug Platz auf dem Schulhof haben, kann auf den Blühflächen alles wachsen“, sagt Kühn. Die acht Großbäume auf dem Gelände, die vorher in teilweise viel zu schmalen Grünstreifen wuchsen, haben jetzt in ihren von den Belagsflächen optisch abgetrennten Baumgruben ausreichend Platz. Zusätzlich wurden sieben neue Bäume gepflanzt.  Den Schulhof, der gleichzeitig Verkehrsübungsplatz war, mussten sich die Kinder und Jugendlichen bisher mit parkenden und fahrenden Autos teilen. Der Verkehr wurde von der Fläche verbannt, die Asphaltflächen mit den Parkplätzen abgebrochen und rückgebaut. Eine große Kletterwand, die sich vorher in unmittelbarer Nachbarschaft der Parkplätze befand, ist jetzt beliebter Mittelpunkt in den Pausen.   Verbindung geschaffen: Neuer Schulhofsteg ermöglicht direkten Zugang zwischen Schulbereichen. Auf der Rückseite der Gebäude befindet sich ein weiterer Schulhof. Bisher gab es zwischen den beiden Höfen keine Verbindung – eine Böschung von rund 40° zum höher gelegenen Nachbargrundstück machte einen Durchgang unmöglich. Wer vom östlichen in den westlichen Schulbereich wollte, musste durch die Schule hindurch. Um Platz für einen Metallsteg zu schaffen, wurde ein Teil der Böschung abgetragen und das Gelände mit Mauern und Pflanzflächen abgefangen.  Über den gelungenen Umbau, der mit Mitteln der Städtebauförderung finanziert wurde, freuen sich nicht nur Schüler und Lehrer, sondern auch die Verantwortlichen der Stadt Spalt: Der Versiegelungsgrad des Schulhofs ist dank des versickerungsfähigen ARENA-Pflasters des Herstellers braun-steine GmbH, Amstetten, nach der Sanierung erheblich gesunken, was sowohl der Umwelt als auch der Flächenbilanz zu Gute kommt. Zurück

Positionen

Betonbauteile als Motor und Partner des nachhaltigen Bauens für die Gesellschaft

Betonbauteile als Motor und Partner des nachhaltigen Bauens für die Gesellschaft. Nachhaltigkeit wird in der öffentlichen Diskussion oft einseitig als ökologische Nachhaltigkeit,zudem verengt mit dem einzigen Maßstab CO 2 -Fußabdruck, wahrgenommen. Dabei zeigtgerade die aktuelle wirtschaftliche Situation und die soziale Sprengkraft vielerRahmenbedingungen, wie wichtig es ist, die Nachhaltigkeitsperspektive ganzheitlicheinzuordnen und auch der wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit besonderes Gewichtzu geben. Dem Bauen, Wohnen und damit der persönlichen Lebensumgebung, ebenso wie demöffentlichen Raum kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Menschen stehen imFokus des Bauens, deren Lebenswelt soll einer Regeneration dienen, Ruheanker sein undBehaglichkeit vermitteln – und dies alles soll mit „normaler“ Arbeit leistbar sein. VorgefertigteBetonbauteile bieten für alle Bereiche der Gesellschaft Lösungen, die dem Wohlbefinden derMenschen als Nutzer dienen. Schneller Wohnraum schaffen Der akute Wohnungsmangel insbesondere in Ballungsräumen kann durch den Einsatz vonvorgefertigten Betonbauteilen schneller behoben werden. Auch für Schulen,Infrastrukturgebäude der Bundeswehr oder Studenten- und Flüchtlingswohnungen könnenso schnell neue Strukturen geschaffen werden. Wirtschaftlich nachhaltig Bezahlbare Lösungen stärken den Kern der Gesellschaft. Dauerhaftigkeit ohne besondereSchutzmaßnahmen ist bei Betonbauteilen „eingebaut“ und sollte als Nachhaltigkeitskriteriumauch formell hoch gewertet werden. Hoher Wohn- und Nutzkomfort Sehr guter Schall-, Brand- und Wärmeschutz und solide Konstruktionen schaffen ruhige undsichere Räume mit behaglichen Temperaturen ohne zusätzlichen Klimatisierungsbedarf. Diegute thermische Speichermasse sorgt für energieeffiziente Gebäude mit sehr geringenBetriebskosten. Angenehmere Arbeitsbedingungen im Werk Vorfertigung in Werkshallen bietet Arbeitsplätze in sicherer Umgebung, unabhängig vonWetter und Jahreszeit. Robotik und Digitalisierung gleicht den Fachkräftemangel zum Teilaus, die Attraktivität von Arbeitgebern im modernen Bauumfeld nimmt zu. Ökologische Nachhaltigkeit Vorfertigung ermöglicht sehr schlanke, ressourcenminimierte Konstruktionen bei gleichzeitigsolider, wertbeständiger Qualität. Neue Werkstoffe wie textile Bewehrungen senken denCO 2 -Fußabdruck der Betonbauteile deutlich. Die Recycling- und Wiederverwendbarkeit istein besonderer Vorteil vorgefertigter Betonbauteile – gemacht für Generationen! Zurück

Positionen

Beton als Schlüsselbaustoff der Schwammstadt und der Abwasseranlagen

Beton als Schlüsselbaustoff der Schwammstadt und der Abwasseranlagen Klimaanpassung ist kein Zukunftsthema – sie ist bereits heute eine zentrale Voraussetzung für nachhaltiges Bauen. Die Betonfertigteilindustrie verfügt über das technische Know-how und die Innovationskraft, um klimaresiliente Lösungen bereitzustellen. Durch gezielte Forschung, nachhaltige Produktion und Kooperation über Branchen hinweg kann Beton zu einem aktiven Baustein der Schwammstadt werden. Damit wird die Betonfertigteilindustrie vom reinen Bauteillieferanten zum Systemanbieter für klimaangepasste Infrastruktur – ein entscheidender Beitrag zur Umsetzung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Damit sich die Betonfertigteilindustrie als Systemanbieter für klimaangepasste Infrastruktur weiter etablieren kann, müssen die bestehenden Chancen aktiv genutzt und umgesetzt werden. Dazu gehören: Die richtige Baustoffwahl als Schlüsselakteur für klimaresiliente Infrastruktur Beton bietet zentrale Voraussetzungen für klimaangepasste Bauweisen: hohe Robustheit, Langlebigkeit und Formvielfalt. Durch industrielle Fertigung können präzise, funktionale und klimaoptimierte Bauteile in hoher Qualität entwickelt werden (zum Beispiel Retentionssysteme, Begrünungselemente, hitze- und frostresistente Strukturen, Rohre, Schächte, Rinnen, Rigolen). Innovation durch neue Produktlösungen Entwicklung von durchlässigen retentionsfähigen und multifunktionalen Fertigteilen Die Verbindung von Bautechnik und Wasserwirtschaft erweitert die Anwendungssegmente (z. B. urbane Wasserspeicherung und -versickerung, Retentions-/Rückhalteräume). Wettbewerbsvorteil durch Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit CO₂-reduzierte Betone, Recyclingzuschläge, digitale sowie industrielle Fertigung und modulare Systeme schaffen ökologische Differenzierung. Beitrag zur Kreislaufwirtschaft durch rückbaubare und wiederverwendbare und kreislauffähige Betonfertigteile und -waren. Erfüllung von Anforderungen öffentlicher Beschaffung (beispielsweise sowohl Technik- als auch Nachhaltigkeitskriterien nach EU-Anforderungen, die sowohl Eigen- als auch Fremdüberwacht sind). Wachstumschancen im öffentlichen und kommunalen Bausektor Bund, Länder und Kommunen investieren zunehmend in klimaangepasste Infrastruktur und Gebäude. Förderprogramme (zum Beispiel BMUV, KfW, EU Green Deal) schaffen zusätzliche Investitionsanreize. Betonfertigteile können skalierbare Lösungen für kommunale Anpassungsmaßnahmen liefern. Digitalisierung und Effizienzsteigerung Durch digitale Planung, automatisierte Fertigung und Qualitätssicherung in den Werken kann die Branche Ressourcen sparen und CO₂ senken. Die Verbindung von digitalen Prozessketten mit Nachhaltigkeitslösungen wird zum Wettbewerbsvorteil. Zurück

Nach oben scrollen