Infrastruktur

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Erschließung Aero-Park 1 in Würselen

Erschließung Aero-Park 1 in Würselen Stauraumkanal für Gewerbegebiet und Forschungsflugplatz Der Verkehrslandeplatz (VLP) Aachen-Merzbrück ist mit rund 42.000 Flugbewegungen einer der bedeutendsten Flugplätze in Nordrhein-Westfalen. Durch den Ausbau zum Forschungsflugplatz soll der Forschungsstandort Aachen gestärkt, der Geschäftsreiseflug gesichert, der Fluglärm reduziert und der Flugbetrieb sicherer werden. In diesem Zuge wurde die alte Start-/Landebahn abgetragen und eine geschwenkte Piste mit 1.160 m zuzüglich Rollwege errichtet. Für Forschung und Wissenschaft hat der VLP eine besondere Bedeutung, da die zwei Lehrstühle für Luft- und Raumfahrttechnik der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) und der Fachhochschule Aachen hier forschen und ausbilden. Zusammen mit den Partnern aus Forschung, Entwicklung und Industrie, soll durch den Umbau der Infrastruktur bis 2024 ein luftfahrtaffines Gewerbegebiet mit direktem Zugang zum Vorfeld geschaffen werden, um für die Themenbereiche „alternative Antriebe“ und „neuartige Flugzeugentwürfe“ Forschung und Erprobung eng verzahnt durchführen zu können. Für ein geordnetes Regenwassermanagement auf dem Erschließungsgebiet, sorgt unter anderem ein groß dimensionierter Stauraumkanal, der die anfallenden Niederschläge nur gedrosselt weitergibt. Bei diesem Bauwerk entschieden sich die Planer für eine Bauweise mit rechteckigen Rahmenprofilen aus Stahlbeton. Offenes Regenklärbecken in Stahlbetonbauweise Die planende IQ Ingenieurgesellschaft Quadriga mbH aus Würselen erläutert, wie die Entwässerung der Niederschläge auf dem Areal gelöst wurde: „Die anfallenden Niederschläge werden zunächst in einem Regenwasserkanal gesammelt. Zur Vorbehandlung des Regenwassers vor der Versickerung ist ein offenes Regenklärbecken vorgesehen, das als Durchlaufbecken ohne Dauerstau betrieben wird. Das als offenes Rechteckbecken in Stahlbetonbauweise ausgeführte Regenklärbecken wird im Regenwetterfall über einen Regenwassersammler DN 1200 befüllt. Das Rückhaltevolumen des Regenklärbeckens beträgt bis zur Höhe der Überfallschwelle rund 71 m³. Damit die abgesetzten Schmutzstoffe während der Entleerung zum Entleerungsschieber abfließen können, wurde die Beckensohle mit einem Gefälle von 2 % zur Entleerungsrinne hergestellt. Das Regenwasser durchströmt dabei zunächst das dem Regenklärbecken vorgeschaltete, offene Beckenüberlauf- und Verteilerbauwerk. Dieses verfügt über eine Überfallschwelle, über die das zufließende Niederschlagswasser nach Rückstau aus dem Regenklärbecken in das Versickerungsbecken abschlägt. Hier werden die Regenwassermengen gesammelt und über zwei rechteckige Ablauföffnungen in eine Doppel-Verteilerrinne abgeleitet. Diese verteilt das zufließende Niederschlagswasser über seitliche Ablauföffnungen gleichmäßig auf der Sohle des Versickerungsbeckens. Die Sohle des Beckens wird aus einer Rigole aus gewaschenem Kies, einem Geotextil, einer Sand-Kiesschicht und einer 30 cm belebten Bodenzone hergestellt. Da die Trennwand zwischen den beiden Rinnenprofilen 80 cm hoch ist, wird das Versickerungsbecken in zwei Abschnitte aufgeteilt, die separat einstauen können. Die Ablauföffnungen des Überlaufbeckens können durch einen herausnehmbaren Dammbalken verschlossen werden“, so der Planer der IQ Ingenieurgesellschaft Quadriga mbH. Stahlbeton-Rahmenprofilen mit Trockenwetterrinne Größtes unterirdisches Bauwerk wird jedoch ein Mischwasserstauraumkanal, bestehend aus 26 Stahlbeton-Rahmenprofilen mit Trockenwetterrinne und zwei Stirnplatten – gefertigt vom Betonwerk Kleihues aus Emsbüren. Martin Gustowski fährt fort: „Die einzelnen Bauteile haben ein Maß von 7,70 m x 1,92 m x 3,40 m. Daraus ergibt sich für den Stauraumkanal ein Speichervolumen von insgesamt circa 700 m³. Hinter dem Stauraumkanal befindet sich ein Drosselbauwerk, das aus vier Rechteckprofilen zusammengesetzt wurde. Es besteht aus zwei Kammern. In der Kammer im Auslaufbereich ist die Drossel angeordnet. Gemäß Vorgabe des Wasserverbandes Eifel-Rur, wird der Abfluss auf 35 l/s begrenzt. Die Abflussbegrenzung erfolgt über eine Strahldrossel des Herstellers BGU Typ 1B. Die Kammer zwischen Drosselkammer und Stauraumkanal wird als Kalibrierungsvolumen für die Strahldrossel genutzt. Im Bereich des Zu- und Ablaufes sowie in der Mitte des Stauraumkanals befinden sich Einstiegsöffnungen“, so der Planer der IQ Ingenieurgesellschaft Quadriga mbH. Betonsteinwerk Kleihues liefert 50 t schwere Elemente Bei den Elementen, aus denen sich der Stauraumkanal zusammensetzt, handelt es sich um bis zu knapp 50 t schwere Rahmenprofile, die im Kontaktverfahren vom Betonsteinwerk Kleihues aus Emsbüren hergestellt wurden. Montiert wurden diese von der Willy Dohmen GmbH & Co. KG aus Übach-Palenberg. Bauleiter Torsten Engelen beschreibt den Montagevorgang: „Die Rahmen verfügen über ein Stecksystem mit Dichtung und wurden mit Kettenzügen kraftschlüssig für den Endzustand verspannt. Der Vorteil dieser Bauweise liegt darin, dass die Fertigteile im Betonwerk unter kontrollierten Bedingungen und laufenden Qualitätskontrollen im Werk produziert werden“, so Engelen. „Daher weisen sie im Vergleich zur Ortbetonbauweise eine deutlich höhere Betonqualität auf. Das Material kann daher effizienter eingesetzt werden, was dazu führt, dass Bauteile schmaler hergestellt werden können. Das führt zu Beton- und Kosteneinsparungen und reduziert damit auch den CO2-Ausstoß. Außerdem sind bei dieser Bauweise deutlich weniger Arbeitsschritte erforderlich. Dies vereinfacht das ganze Bauvorhaben und reduziert auf diese Weise mögliche Fehlerquellen. Die Montage erfolgte in nur fünf Tagen und benötigte damit deutlich weniger Zeit als eine Bauweise in Ortbeton“, so Engelen. Bildquelle: © Kleihues Betonbauteile GmbH & Co. KG Zurück

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Ökosiedlung Friedrichsdorf

Ökosiedlung Friedrichsdorf Stadtquartier mit Leuchtturmcharakter Projekt: Ökosiedlung, Friedrichsdorf Bauherr: FRANK, Hofheim am Taunus Architekten und Stadtplaner: FRANK; Baufrösche, Kassel; MOW Architekten, Frankfurt; Turkali Architekten, Frankfurt Bauunternehmen: Baugesellschaft Rank GmbH, München Produkte: LP5 System 16, Farbe muschelkalkmix (Einsatzbereich Gehwege und verkehrsberuhigter Bereich); LP5 System 16, Farbe basaltanthrazit (Parkstände); Safeline+ Muldenrinne, Farbe steingrau sowie Bordsteine, L-Tec Systemwinkel und Pflastersätze Die Ökosiedlung Friedrichsdorf bietet Menschen in unterschiedlichsten Lebensumständen eine Heimat. Im Vordertaunus entsteht ein attraktives, zukunftsorientiertes Stadtquartier, dessen Qualität in ökologischer, architektonischer und städtebaulicher Hinsicht herausragt. In Friedrichsdorf, nördlich von Frankfurt, entsteht am Stadtrand bis 2024 in zwei Bauabschnitten auf 7 ha ehemals kommunaler Fläche ein neues Wohnquartier. Aus einem umfassenden Wettbewerbsverfahren ging im März 2015 das mittelständische Immobilienunternehmen Frank mit seinem Konzept für ein lebendiges Quartier als Gewinner hervor. Die Stadtverordnetenversammlung entschied sich für die klare, ökologisch und sozial nachhaltige Orientierung des Entwurfs. Gemeinsam mit der Stadt Friedrichsdorf entwickelte Frank den Bebauungsplan für etwa 350 Wohneinheiten. Der Startschuss für den Vertrieb der ersten Eigentumswohnungen und Häuser wurde im Herbst 2017 gegeben. In zwei Bauabschnitten entstehen Ketten-, Reihen- und Doppelhäuser, Miet- und Eigentumswohnungen, eine Kita und eine Seniorenwohnanlage sowie eine Energiezentrale. Ein Eisspeicher mit einem Fassungsvermögen von 1.200 m³, intelligent kombiniert mit zwei hocheffizienten Blockheizkraftwerken, zwei Wärmepumpen, Solarkollektoren und Photovoltaikmodulen sorgen für Heizung und Warmwasser. Der Eisspeicher deckt hierbei 37 % des gesamten Wärmebedarfs der über 350 Wohneinheiten ab. Dieses unter der Erde liegende Bauwerk nutzt die Gesetze der Physik: Er wird mit Wasser befüllt; über Wärmetauscher, die im Inneren des Speichers verlegt sind, und eine Wärmepumpe wird dem Wasser Energie entzogen und in ein Nahwärmenetz eingespeist. Gefriert dabei das Wasser, entsteht Kristallisationsenergie. Diese wird ebenfalls abgeführt und für die Warmwasser- und Heizungsversorgung genutzt. Während die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Wohnungen heizen, friert der Eisspeicher am Ende der Heizperiode langsam zu. Im Frühjahr beginnt die Regeneration, denn das Quartier benötigt weniger Wärme und der Eisspeicher taut langsam wieder auf. Für diesen Prozess wird dem Speicher mithilfe von solarthermischen Modulen Sonnenenergie zugeführt. Nach der Inbetriebnahme im Jahr 2024 können dadurch jährlich rund 207 t CO2 eingespart werden. Die Elektromobilität ist ebenfalls ein Baustein des ökologischen Konzepts, mit einer Carsharing-Station und Lademöglichkeiten für E-Pkws und E-Bikes. In einigen Teilen des Quartiers gibt es aber auch autofreie Zonen. Kurze und interessant gestaltete Wege zu den Bushaltestellen oder Plätzen sollen dazu animieren, auf das Auto zu verzichten und mit Fahrrad, Bus, Carsharing oder E-Bike weiterzufahren. „Wir haben uns im Vorfeld natürlich gefragt, was bedeutet eigentlich ‚Öko‘, und haben uns Schritt für Schritt die Rahmenbedingungen erarbeitet. Der Schlüssel dazu war für uns die zentrale Energieversorgung und ein Nahwärmenetz.“ Erklärt Frank Bösch, Architekt und Geschäftsführer für Projektentwicklungen des Unternehmens Frank im Rhein-Main-Gebiet. Die zentrale Mitte des Quartiers besteht aus einem attraktiven Park mit Bäumen, Spielgeräten und angrenzenden Obstwiesen. Er verbindet die einzelnen Bereiche und ist so ein idealer Begegnungsort für die Bewohnenden. Auch die struktur- und artenreich bepflanzten Gärten und die begrünten Dächer prägen das Bild der Siedlung. Besonderer Wert wurde bei der Ausformung des Wohnumfelds auf den Umgang mit Niederschlagswasser und auf eine geringe Flächenversiegelung gelegt. Auf Gehwegen, Parkplätzen und in verkehrsberuhigten Zonen sowie am Platz, der den Eingang zum Quartier markiert, ließ man das Pflastersystem LP 5 von Lithonplus verbauen. Die Steine sind mit ihrem Fugenanteil versickerungsfähig, so kann Niederschlagswasser am Ort des Geschehens versickern. Die Pflastersteine stellen somit ein zeitgemäßes, technisch ausgereiftes und wirtschaftliches Element einer dezentralen Regenwasserbewirtschaftung in Siedlungsgebieten dar. Das System LP 5 hat aber noch weitere Vorzüge, wie etwa die fünfseitige Verschiebesicherung, bestehend aus einer umlaufenden Verzahnung und einer unterseitigen Profilierung, die zu einer Verkrallung der Steine mit der Pflasterbettung führt. Das sorgt für eine hohe Widerstandskraft gegen Schub- und Drehkräfte und somit für eine hohe Flächenstabilität. Nicht nur der ökologische, auch der soziale Gedanke spielt in dem Quartier eine große Rolle. Die Vielfalt der Wohntypologie bietet Raum für Jung und Alt und auch für weniger Wohlhabende. Für eine gute Kinderbetreuung ist gesorgt, ebenso für die Integration der älteren Bewohner. Fast die Hälfte der 54 Seniorenwohnungen sind öffentlich gefördert. Die entwickelte Quartiers-App soll die Kommunikation untereinander unterstützen. Es können Gruppen gebildet und gemeinsame Freizeitaktivitäten koordiniert werden. Aber auch der Zugang zum Buchungssystem des Carsharings und der E-Bikes und noch vieles mehr ist darüber möglich. In einer dynamischen Welt brauchen wir neue Leuchttürme wie die Ökosiedlung Friedrichsdorf, die aus dem Gewöhnlichen herausragt. Der Einsatz regenerativer und ressourcenschonender Energien sowie die klimafreundliche Bauweise und auch der soziale Gedanke sollten im Rahmen der Stadtentwicklung beispielgebend sein. Bildrechte: © Lithonplus Zurück

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Stadtmöblierung

Stadtmöblierung Outdoorprodukte aus Betonfertigteilen für Spaß und Spiel Besonders für Landschaftsbauer:innen und -gärtner:innen, Architekt:innen und Kommunen stehen Produkte aus langlebigen Materialien hoch im Kurs. Outdoorprodukte aus Betonfertigteilen sind deshalb so interessant, da sie absolut stabil und langlebig sind und dabei wenig Pflege benötigen. Im öffentlichen Raum möchten Städte mit „Stadtmöbeln“ zum Verweilen und Flanieren einladen, um die Lebens- und Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Für Sport und Spiel stehen umfangreiche und individuelle Bauteile zur Verfügung: Spielgeräte für Kinder, Skateparks, Rocks und Walls für Kletteranlagen oder auch Bahnen für das Minigolfspiel. Sitzsteine mit Meerblick Die Gärten von Doktor Pla i Armengol befinden sich im Stadtteil Horta-Guinardó von Barcelona. Sie sind auf einem ehemals in Privatbesitz befindlichen Bauernhof angesiedelt, in dem unteranderem ein Tuberkulose-Forschungszentrum untergebracht war. Das Haus und die Gärten des Anwesens im Noucentista-Stil wurden 1930 vom Architekten Adolf Florensa entworfen. 2019 wurden die Gärten dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und das Haus in das Núria Pla Museum umgewandelt. Die im Garten installierten Sitzsteine aus Betonfertigteilen laden über den Dächern von Barcelona nun zum gemütlichen Fläzen und Genießen der Aussicht ein. Der Park war mit seiner architektonischen Gestaltung Finalteilnehmer in einem internationalen Wettbewerb für Landschaftsarchitektur und wird heute gerne von Einheimischen besucht. Minigolfbahnen im Kurpark Auch Spielbegeisterte profitieren von den Vorteilen von vorgefertigten Betonbauteilen: Nachdem die alte Minigolfanlage im Kurpark in Bad Homburg durch jahrzehntelangen Spielbetrieb und Witterungseinflüsse unansehnlich und unbrauchbar geworden war, fiel die Entscheidung, eine neue Anlage mit besonderem, lokalem Design zu errichten. Seit dem Frühjahr 2022 nutzen Familien und Minigolfbegeisterte die mit Betonfertigteilen errichtete Anlage. Hier wird nicht nur auf einfachen Hindernisbahnen gespielt, stattdessen werden die Bälle durch Bad Homburg- und Taunus-Attraktionen geleitet. Das Unternehmen Concrete Rudolph GmbH aus Weiler-Simmerberg produziert nicht nur individuelle Betonfertigteile für den Hochbau, sondern darüber hinaus individuelle Einzelstücke aus Glasfaserbeton, Sportanlagen sowie das Outdoor-Produktprogramm „Urban Design“ mit Designobjekten aus Beton für den öffentlichen Raum, das Bänke, Sitzsteine und Pflanztröge beinhaltet. Bildrechte: © Carmen Sabate BDU Zurück

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Nachhaltige Stadtentwicklung in Bochum

Nachhaltige Stadtentwicklung in Bochum Lieferung von CO2-neutralen Rohr- und Schachtsystemen aus Beton Bis 2050 klimaneutral werden – das ist das ehrgeizige Ziel der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Auch im Bereich Kanalsanierung und Erneuerung stellt der anhaltende Klimawandel insbesondere Kommunen immer wieder vor neue Herausforderungen. Die spürbaren Folgen des Klimawandels wie Starkregen, Überschwemmungen und unvorhersehbare Wetterereignisse bringen das Abwassernetz an seine Grenzen. Um den Aktionsplan als Teil des „green Deals“ einzuhalten, werden zukünftig auch die Kommunen ihrer Verantwortung gerecht werden müssen, indem sie unter anderem die Treibhausgasemissionen reduzieren, um eine gesunde, nachhaltige Stadtentwicklung voranzutreiben. Die Stadt Bochum gilt in diesem Zusammenhang bereits als Vorreiterstadt. Neben dem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur steht die Reduktion von CO2-Emissionen ganz oben auf der Agenda des Bochumer Klimaplans 2035 – mit der Zielvision einer klimaneutralen, erneuerbaren Schwammstadt. Für den Hochwasserschutz und mit Blick auf nachhaltigeres Bauen liefert Betonwerk Bieren GmbH im Zuge der ökologischen Verbesserung des Wattenscheider Bachs im Rahmen der Kanalbauarbeiten der Firma Baugesellschaft Zabel GmbH knapp 150 t CO2-neutrale Rohr- und Schachtsysteme aus Beton. „Wir als Hersteller stehen in der Verantwortung und engagieren uns dahingehend, dass unsere Produkte eine zukunftssichere und langfristig tragfähige Lösung bieten. Aber auch die Kommunen müssen aktiv werden. Ziel muss es sein, ein öffentliches Beschaffungswesen durchzusetzen, das Umwelt- und insbesondere Klimakriterien in die Auftragsvergabe einbezieht. Beispiele für Klimaschutz gibt es bereits viele. Es kommt nun langfristig darauf an, sie zu verallgemeinern“, sagt Christoph Erdbrügger, geschäftsführender Gesellschafter der Betonwerk Bieren GmbH. „Wir haben unsere CO2-Emissionen in den letzten Jahren deutlich verbessert und sind nun in der Lage, neben CO2-optimierten Produkten auch CO2-neutrale Rohr- und Schachtsysteme anzubieten“, so Erdbrügger weiter. Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit sind vereinbar Den Anstoß für den lokalen Klimaschutz in Bochum machte die Baugesellschaft Zabel GmbH während der Kanalbauarbeiten an der Berliner Straße im Rahmen des Abwasserbeseitungskonzepts der Stadt Bochum. „Wir haben von der Möglichkeit gehört, dass das Betonwerk Bieren auf Wunsch alle Produkte auch klimaneutral liefern kann“, erinnert sich Klaus Stradtner, Geschäftsbereichsleiter Tiefbau der Baugesellschaft Zabel. „Für den Bau eines unterirdischen Abwasserkanals entlang des Wattenscheider Bachs mit Ergänzung eines Regenrückhaltebeckens war der Einsatz von verschiedenen Rohr- und Schachtsystemen aus Beton gefragt. Bei einem gesamten Lieferaufkommen von über 150 t Betonbauteilen fällt eine solche CO2-Einsparung schon ganz schön ins Gewicht“, unterstreicht der Geschäftsbereichsleiter. „Bei der Qualität und der Verarbeitung der gelieferten klimaneutralen Produkte konnten bei der Bauausführung keinerlei Unterschiede zu den herkömmlichen festgestellt werden. Auch wenn Klimaschutz im deutschen Vergaberecht – anders als bei manch anderen Ländern – noch keine Rolle spielt, ist es, wenn man vor allem den vergleichsweise niedrigen finanziellen Aufwand für die Restkompensation betrachtet, ein guter Anfang, Deutschland auch im Baubereich auf dem Weg zu mehr Klimaschutz zu unterstützen“, so Stradtner. Betonwerk Bieren GmbH hat Anfang des Jahres seine Umweltindikatoren auf den Prüfstand gestellt. Die prozessbedingten CO2-Emissionen der gelieferten Systeme konnten daher mit Unterstützung eines zertifizierten Umweltprojektes vollständig kompensiert werden. In Summe handelte es sich bei dem Bauabschnitt um den Wattenscheider Bach in Bochum um knapp 7 t CO2, die der Hersteller aufgrund seiner Nachweisführung über eine Umwelt-Produkt-Deklaration (EPD) genau ermittelt hat. „Wir haben uns dazu entschlossen, die CO2-Emissionen unserer Produkte durch eine offizielle Erklärung der Umweltleistung offenzulegen. Diese Deklaration wurde erstellt, geprüft und letztlich durch das Bundesministerium des Inneren für Bau und Heimat veröffentlicht“, fasst Kevin Keils, ehemaliger Leiter der Qualitätssicherung und Betontechnik von Betonwerk Bieren zusammen. „Unsere jahrelangen Anstrengungen im Hinblick auf die nachhaltige Gestaltung unserer Branche hat sich schon jetzt ausgezahlt. In Summe konnten wir unseren CO2-Ausstoß seit 2010 um 65 % reduzieren“, so der Betontechnologe weiter.Der Klimawandel verlangt nach transparenten Lösungen im Kanalnetzbereich In Bochum werden bereits diverse Anstrengungen unternommen, die Klimaanpassung in der Stadtplanung stärker zu verankern und entsprechende Maßnahmen umzusetzen. „Klimaschutz und Klima Resilienz gehen Hand in Hand. Das bedeutet, dass wir Maßnahmen ergreifen müssen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, aber auch um die Stadt klimaresilienter zu gestalten. Es geht darum, die blau-grüne Infrastruktur zu stärken“, sagt Sonja Eisenmann, Leiterin Stabstelle Klima und Nachhaltigkeit. „Ich freue mich besonders über die Synergieeffekte, dass wir mit dem Regenrückhaltebecken mit Blick auf den Hochwasserschutz einen wichtigen Beitrag leisten und zusätzlich im Rahmen dieses Bauabschnitts klimaneutrale und zukunftsfähige Systeme verbaut werden konnten. Klimapolitische Aktionen der Kommunen zählen besonders auf das Engagement von Bund und Ländern, aber auch auf die Unterstützung weiterer Akteure, wie die Wirtschaft. Es ist schön, wenn Hersteller in der Bereitstellung nachhaltiger Produkte so zielstrebig sind und Lösungen für den Kanalnetzbereich liefern, die auch noch für alle Entscheider so transparent sind. Um langfristig Wandelprozesse in Gang zu bringen, bedarf es Weitsicht. Dieses Pilotprojekt war ein guter Anfang dafür“, so Sonja Eisenmann von der Stadt Bochum. Bildrechte: © Betonwerk Bieren GmbH Zurück

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Transport per Schiff

Transport per Schiff Garagen können schwimmen – „High & Heavy“ auf die Wasserstraße Die Herausforderungen rund um das Thema Transporte nehmen merklich zu. Umweltschutz, Schonung der Infrastruktur, komplizierte Genehmigungsverfahren, begleitet durch hohe Gebühren und Aufwendungen, steigende Kosten für Sprit und der Fachkräftemangel im Bereich der Lkw-Fahrer veranlassen Unternehmen dazu, nach alternativen Transportmöglichkeiten zu suchen. Ein gutes Beispiel für die Branche der Betonfertigteile ist die Firma Laumer Bautechnik GmbH aus Niederbayern, die Transporte von Betonfertiggaragen vom Lkw auf das Schiff verlagert, wo immer sinnvoll und möglich. Mitte letzten Jahres wurden 64 Fertiggaragen zugleich per Binnenschiff vom Güterverkehrszentrum (GVZ) Hafen Deggendorf in die Niederlande transportiert. Das bedeutete eine Einsparung von über 80.000 Lkw-Schwertransport-Kilometern auf der Straße. Einem der erklärten Ziele der Verkehrspolitik, schwere und übergroße Transporte weg von der Straße, hin zur Wasserstraße und damit auf das Binnenschiff zu verlagern, wurde damit im GVZ Hafen Deggendorf eindrucksvoll Rechnung getragen. Der Fertiggaragenhersteller Laumer produziert in seinen Produktionswerken Massing, Eggenfelden und Neumarkt jährlich mehr als 7.000 Fertiggaragen. Auf der Suche nach alternativen, umweltfreundlicheren Transportmöglichkeiten entstand der Kontakt zum Hafen Deggendorf. 64 der bis zu 23 t schweren Garagen wurden Mitte des Jahres 2021 im GVZ Hafen Deggendorf angeliefert und bis nach Wanssum in den Niederlanden verschifft. Der Wasserweg von Deggendorf nach Wanssum hat eine Fahrstrecke von rund 1.200 km. Als Logistikpartner vor Ort konnte die seit mehr als 20 Jahren im Hafen ansässige Donau-Hafengesellschaft (DoHaGe) gewonnen werden. In Zusammenarbeit mit der Preymesser-Gruppe, welche entlang von Donau, Main und Rhein mehrere trimodal angebundene Umschlagsstandorte betreibt und für den Schiffstransport verantwortlich ist, wurde der komplette Umschlag und Transport ab Deggendorf bis zum Zielhafen abgewickelt. „Hier kann das verkehrstechnisch zentral gelegene, trimodal angebundene Güterverkehrszentrum (GVZ) Hafen Deggendorf seine Möglichkeiten voll ausspielen“, beschreibt Werkleiter Christian Hantke das Projekt. „Durch den Transport mit nur einer Schiffsladung quer durch Deutschland werden über 80.000 Lkw-Schwertransport-km eingespart und das Straßennetz und die Umwelt massiv entlastet.“ Die Firma Laumer führte bereits mehrfach Garagen-Schwertransport auf dem Wasserweg durch und macht damit gute Erfahrungen. Zuvor wurden die Garagen als Schwertransporte nach aufwändigen Genehmigungsverfahren auf der Straße bis zu den Zielorten quer durch Europa transportiert. „Unsere Garagen sind statisch so robust konzipiert, dass Sie zweilagig übereinander im Laderaum des Schiffes transportiert werden können. Hierdurch wird die Effektivität des Transportes verdoppelt. Liegt der Kunde in der Nähe einer schiffbaren Wasserstraße werden wir auch künftig diese Transportalternative immer intensiv mit in Erwägung ziehen“, erklärt Moritz Laumer, Juniorchef der Firmengruppe. Bildrechte: © Zweckverband Donau-Hafen Zurück

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„FIA Grade 1“ Rennstrecken

„FIA Grade 1“ Rennstrecken Seit Erfindung des Automobils vergleichen sich Hersteller und Fahrer von motorisierten Fahrzeugen bei Rennveranstaltungen oder bei den Versuchen, immer neue Rekorde aufzustellen, beziehungsweise diese zu brechen. Motorsportrennstrecken sind weltweit etabliert und haben eine weit über 100-jährige Tradition. Sie sind Magneten für Rennfahrer als auch für Zuschauer. Ziel der Rennstrecken ist es seit jeher, den Zuschauer möglichst hautnah am spannenden Geschehen rund um den Motorsport teilhaben zu lassen. Der Reiz des Zuschauens liegt im Zusammenspiel aus der persönlichen Nähe zur Geschwindigkeit, der Motorengeräuschkulisse sowie dem Geruch von verbranntem Treibstoff, Öl und Reifenabrieb. Die frühen Jahrzehnte dieses Sports wurden leider häufig durch schwere Unfälle überschattet und geprägt. Es mussten viele Verletzte und Tote, nicht nur unter den Fahrern sondern auch unter den Mitarbeitern an der Strecke und den Zuschauern, beklagt werden. Aber gerade auch dieses Risiko hat in früheren Zeiten häufig einen großen Reiz auf die Teilhabenden ausgeübt und somit zwangläufig das Image solcher Veranstaltungen zunehmen negativ beeinflusst. Entwicklung neuer Sicherheitsstandards Nicht zuletzt aus diesem Grunde entstanden im Laufe der Jahre immer detailliertere Sicherheitsstandards in allen flankierenden Bereichen des Motorsports. Diese mussten von Planern, Organisationen, Behörden und Veranstaltern zunehmend eingehalten werden, um bestimmte Arten von Veranstaltungen überhaupt austragen zu dürfen. Hier hat insbesondere die FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) über die Jahrzehnte viel positive Entwicklungsarbeit geleistet und die Sicherheit in allen Bereichen des Motorsports über die Jahre immens verbessert. Nicht zuletzt sind viele Entwicklungen, welche ihren Ursprung im Motorsport gefunden hatten, in den Straßenverkehr und die Fahrzeugentwicklung eingeflossen und haben die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer nachhaltig verbessert. Ein nicht unerheblicher und äußerst sensibler Bereich an jeder Rennstrecke ist die Abgrenzung zwischen Rennstrecke, Zuschauern und Mitarbeitern (Tribünen, Boxengasse, Streckenposten et cetera). Der Zuschauer soll möglichst nah am Geschehen und doch weitestgehend geschützt vor allen Gefahren des Motorsports teilhaben dürfen. Hier kommen heutzutage temporäre und stationäre Rückhaltesysteme aus Spezialbeton in Kombination mit Fangzäunen aus teils hochfestem Stahl zum Einsatz. Die höchsten Anforderungen an die Sicherheit stellen, bei Planung und Ausführung, von der FIA homologierte „Grade 1“ Rennstrecken. Hier werden Rennen der höchsten Klassen, wie zum Beispiel der „Formel 1“, ausgetragen. Diese Fahrzeuge erreichen die höchsten Beschleunigungen, Geschwindigkeiten und Verzögerungswerte und stellen somit außerordentliche Sicherheitsansprüche, insbesondere an die Rückhaltesysteme, im Falle eines Unfalles dar. Oberstes Ziel ist es, ein von der Strecke abkommendes Fahrzeug zu stoppen, bevor es Zuschauer oder Streckenmitarbeiter erreichen kann. Dieses Ziel muss möglichst ohne abrupte Verzögerung erreicht werden, um die Sicherheit des Fahrers weitestgehend zu schützen. Erschwerend kommt hinzu, dass zwischen Rückhaltesystem und Zuschauer teilweise lediglich wenige Meter Abstand vorhanden sind, welche dazu genutzt werden können, die hohen Einschlagsenergien abzubauen. Die FIA hat hierzu in Zusammenarbeit mit der „FIA INDUSTRY WORKING GROUP“ Vorgaben entwickelt und prüft seit 2018 entsprechende Systeme nach dem „FIA-Standard 3502-2018“. Stand heute haben weltweit nur drei temporäre Schutzsysteme diesen Test erfolgreich bestanden und sind somit von der FIA homologiert und zugelassen. Ausschließlich diese homologierten Systeme dürfen künftig an „Grade 1“ Rennstrecken eingesetzt werden, unabhängig davon, ob es sich um den Bau einer komplett neuen Strecke handelt oder der Änderung/Instandsetzung einer bestehenden Rennstrecke. Einer dieser spezialisierten Hersteller ist die Firma Nordbeton GmbH aus dem norddeutschen Friesoythe. Das 1959 gegründete Familienunternehmen entwickelt und produziert unter anderem seit Mitte der 1990er Jahre Rückhaltesysteme aus Beton für Straßen und Autobahnen. Zudem werden umfangreiche, objektbezogene Systeme für den militärischen und zivilen Objektsschutz sowie für den Schutz vor Naturgefahren, wie Steinschlag, projektiert und angeboten. Patentiertes Verbindungssystem Auch bei den Betonschutzwänden für den Rennsport kommt ein von der Nordbeton GmbH patentiertes Verbindungssystem zum Einsatz, welches seinen Ursprung im Straßenverkehr hat und sich seit vielen Jahren bewährt hat. Im Laufe der Jahre hat dieses System seine Leistungsfähigkeit bei vielen Crashtests nach DIN-EN1317 unter Beweis gestellt. Es standen somit umfassende, aussagekräftige Daten zur Verfügung, welche in die Planung des Systems für die Erlangung der FIA-Homologation für „Grade 1“ Rennstrecken miteingeflossen sind. So konnte ein System entwickelt werden, welches die höchsten Anforderungen der FIA erfüllt und damit die erforderlichen Crashtests im Frühjahr 2021 bestanden hat. Das durch die FIA homologierte System „NB MOBILE DeFence“ ist das Resultat dieser langjährigen Erfahrung und Entwicklungsarbeit. Ein großer Vorteil dieses Systems ist der aufgesetzte Fangzaun, welcher es aufgrund des verwendeten hochfesten Materials ermöglicht, dass der Zuschauer, trotz Hochleistungsschutzzaun, eine gute Sicht auf das Geschehen auf der Strecke hat. Andere Systeme haben aufgrund des höheren Materialbedarfs deutliche Nachteile in diesem, für die Zuschauer, wichtigem Detail. Seit etwa 15 Jahren werden durch die Nordbeton GmbH Systeme speziell für den Einsatz im Motorsport entwickelt und weltweit projektiert, geliefert und montiert. In enger Zusammenarbeit mit Architekten, Planern, Investoren und Veranstaltern kann aktuell die komplette Bandbreite an Rückhaltesystemen für Rennstrecken angeboten werden. Diese Produktvielfalt umfasst neben Betonschutzwänden für einseitigen und beidseitigen Verkehr, verschiedensten Kurvenvarianten, Fangzäunen aus hochfestem Stahlgeflecht, Schutzsystemen für Streckenposten und Kamerapositionen auch komplexe Boxengassenmauern mit individuellen Torlösungen. Durch das umfassende Produktportfolio können sowohl punktuelle Ergänzungen von Sicherheitssystemen an bestehenden Traditionstrecken bis hin zur kompletten Belieferung neuer Rennstrecken mit den verschiedensten Systemen umgesetzt werden. Allein im Bereich Rennsport sind Systeme der Nordbeton GmbH an deutlich mehr als 20 Rennstrecken weltweit installiert. Hiervon allein zehn Projekte an bestehenden oder im Bau befindlichen „Formel 1“ Rennstrecken. Hinzu kommen unzählige Projekte im In- und Ausland aus dem Bereich Event und Veranstaltung. Mehr Informationen unter www.nordbeton.com Bildquelle: © Nordbeton GmbH Zurück

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Kampf gegen urbane Hitzeinseln

Kampf gegen urbane Hitzeinseln Helle Pflaster bringen Kühle in die Stadt Was man bei Kleidung schon lange weiß, dass sich dunkle Farben in der Sonne stärker aufheizen als helle, wurde auch bei Pflastersteinen nachgewiesen. Die Absorption und Reflexion der Sonnenstrahlen hat auch Einfluss auf die Wärmeentwicklung von Plattenbelägen aus Beton im öffentlichen Raum – helle Pflastersteine etwa können den Wärmeinseleffekt in Städten deutlich reduzieren. Was viele Betonsteinbesitzer schon längst wissen, haben nun die Untersuchungen bestätigt. „Schwarze Flächen nehmen die Wärmestrahlung der Sonne intensiv auf, speichern sie sehr gut im Inneren und reflektieren nur einen sehr geringen Anteil. Bei hellen Flächen ist das jedoch anders. Bei den hellen Pflastersteinen und Terrassenplatten werden die Sonnenstrahlen größtenteils reflektiert und die Wärme gelangt erst gar nicht in den Belag“, erklärt Stefan Weissenböck (WBW). „Dies ist eine wichtige Erkenntnis, die im Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels infolge der globalen Erderwärmung eine große Rolle spielt. Insbesondere der sogenannte Hitzeinseleffekt in Städten kann durch die richtige Auswahl der Baustoffe – ihrer Oberfläche und Farbe – reduziert werden.“ Der Wärmeinseleffekt gilt als einer der wesentlichen Faktoren des Stadtklimas Die Wärme- oder Hitzeinseln in den Städten werden tagsüber stark aufgewärmt und nachts nur langsam gekühlt. Das hat zum Teil erhebliche Auswirkungen auf die Wohn- und Lebensqualität in der Umgebung. Dass eine gezielte Baustoffauswahl sowie die Auswahl der Farbe einen positiven Effekt haben können, zeigen die neuesten Messungen des sogenannten solaren Reflexionsindexes (SRI), die im Auftrag des VÖB-Mitgliedsbetriebs WBW durchgeführt wurden. Der SRI-Wert ist die relative Temperatur einer Oberfläche in Bezug auf eine weiße Standardoberfläche (SRI =100) und eine schwarze Standardoberfläche (SRI = 0) unter Standardbedingungen. Der Testablauf wurde an vier Scalina Platten in unterschiedlichen Farbtönen der WBW durchgeführt: Perlmutt, Hellgrau, Anthrazit und Camel (Beige). Die Messungen erfolgten kontinuierlich im Abstand von einer Stunde über einen Zeitraum von neun Stunden. Dabei war eine direkte Sonneneinstrahlung über den gesamten Messzeitraum sichergestellt. Zur Ermittlung der Temperatur diente ein lasergesteuertes Oberflächenthermometer. Während der Messung wurden Oberflächentemperaturen von bis zu 60 Grad Celsius ermittelt. Zur Mittagszeit betrug die Differenz der Oberflächentemperatur zwischen dem hellen Perlmutt-Plattenbelag (44,4 °C) und dem dunklen Anthrazit-Plattenbelag (58 °C) ganze 13,6 Grad Celsius bei einer Lufttemperatur von 29,4 Grad Celsius. Vergleichswerte zeigen die Bedeutung dieser Messungen So hat frischer Schnee einen sehr hohen solaren Reflexionsindex von 80 bis 90, dagegen absorbiert der dunkle Asphalt bei einem Reflexionsindex-Wert von 15 mehr Sonnenlicht und wärmt sich entsprechend auf. Der SRI-Wert berechnet nicht nur den Reflexionsgrad der Sonnenstrahlen, sondern auch den thermischen Emissionsgrad. Je höher der SRI-Wert eines Baumaterials ist, desto mehr Reflexion und weniger Absorption weist dieses Material auf. Die aktuelle Messung des SRI-Werts zeigt also, dass sich aufgrund des hohen Reflexionsgrades der Sonnenstrahlen der Aufheizeffekt bei hellen Plattenbelägen nachweislich verringert. Die Oberflächen heller Plattenbeläge haben ein hohes Rückstrahlvermögen und Absorbieren gleichzeitig weniger Sonnenstrahlen. So schaffen sie eine kühlere und damit angenehmere Umgebungstemperatur.Eine Kombination von helleren Farben, rauen Flächen und porösen Materialien kann bei der Auswahl von Belägen helfen, die Oberflächentemperatur und die Menge an gespeicherter thermischer Energie deutlich zu reduzieren. Reduktion von dunklen Asphalt- und Metalloberflächen zugunsten von hellen Betonflächen, Platten- und Pflasterbelägen aus Beton und Naturstein sollte somit das Ziel jeder Stadtgestaltung sein, um die Hitzeinseln innerstädtisch weitgehend zu reduzieren. Bildquelle: © Weissenböck Baustoffwerk GmbH Zurück

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Brandschutz- und Batterieräume in modularer Bauweise

Brandschutz- und Batterieräume in modularer Bauweise Ein hervorragender Vorteil des Baustoffs Beton ist seine gute Brandschutzeigenschaft. Deshalb ist er überall dort gefragt, wo es „heiß hergeht“. Mit den Entwicklungen verschiedenster Formen der Energiegewinnung und -speicherung, die den modernen ökologischen Ansprüchen Rechnung tragen, ist das Thema „Brandschutz“ mehr denn je entbrannt. Beigetragen hat dazu vor allem auch eine Reihe von durch Wechselrichter bei Photovoltaik- und Solaranlagen verursachten Brandfällen. Dem Thema der sicheren Unterbringung teurer Energie- und Umwelttechnik widmet sich seit vielen Jahren die Laumer Bautechnik GmbH aus dem niederbayerischen Massing. Das Unternehmen ist seit 1956 im Betonfertigteilbau tätig und seit den 60er Jahren als Hersteller von Betongaragen als Vollfertigteile bekannt. Auf dieser Grundlage hat es eine Reihe hochspezialisierter Technikmodule für unterschiedlichste Anwendungsgebiete entwickelt. Als Heizräume eignen sie sich für sämtliche Heiztechniken oder zur Beherbergung eines Blockheizkraftwerkes, ob mit Biomasse, auch mit angegliedertem Brennlager, oder mit Gas. Die Technikmodule können als Elektroraum fungieren, zur brandsicheren Beherbergung von Niederspannungsverteilern oder von Wechselrichtern von Photovoltaik-Anlagen, als Serverraum – klimatisch geschützt, strahlungs- und einbruchssicher. Als Brandschutz- und Batterieraum erfüllen sie die Brandschutzqualifikation REI 90 und alle für die Unterbringung von Akkus beispielsweise Batterien verbundenen Vorgaben wie zum Beispiel einen gegen Elektrolyt chemisch resistenten und undurchlässigen Boden, geerdete Kontaktflächen im Innenraum und einer ganzjährigen Temperierung und Belüftung. Bereits bei der Herstellung werden – unter Berücksichtigung der statischen Erfordernisse – die für die jeweiligen technischen Zwecke erforderlichen Öffnungen an Wänden, Boden und Decke ausgespart, ebenso wie sämtliche Einbauteile wie Ankerschienen, Hülsendübel et cetera für spätere Installationen und Kabeleinführungen berücksichtigt. So entstehen individuelle, hochtechnische Produkte, die in höchstem Vorfertigungsgrad auf die Baustelle angeliefert und auf den vorab erstellten Fundamenten – teilweise auch nur auf einem Splittbett – abgesetzt werden. In langlebiger und werthaltiger Stahlbetonbauweise hergestellt, erfüllen sie höchste Ansprüche in Sachen Witterungsschutz, Schallschutz, Brandschutz und Strahlungsschutz. Bildrechte: © Laumer Bautechnik GmbH Zurück

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Stahlbetonrohre für Neubau eines Infrastrukturkanals in Aachen

Stahlbetonrohre für Neubau eines Infrastrukturkanals in Aachen Effiziente Kombination aus vorgefertigten Stahlbetonrohren und der Anbindung an Ortbetonbauwerke zur Erstellung eines Medienkanals an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Ausschreibung und Umsetzung erhöhter FBS-Qualitätsanforderungen der rechteckförmigen Stahlbetonrohre. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW plant den Neubau eines Zentrums für digital vernetzte Produktion inklusive Verlegung der Infrastruktur und Baufeldfreimachung. Mieter der Liegenschaften ist die Rheinisch Westfälische Technische Hochschule in Aachen. Am Institut für Getriebetechnik, Maschinendynamik und Robotik wird ein 64 m langer Infrastrukturkanal aus Betonfertigteilen und Ortbetonbauwerken als Versorgungstunnel verlegt. Dieser wird später an das neue Gebäude angeschlossen. Für den Medientunnel waren Stahlbetonrohre mit Rechteckquerschnitt sowie Ortbetonbauwerke ausgeschrieben, die nicht als Betonfertigteile hergestellt werden konnten. Mit der Ausführung der Tief- und Kanalbauarbeiten wurde die Geilenkirchener Unternehmensgruppe Tholen beauftragt. Herr Michael Tholen, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe und verantwortlicher Bauleiter dazu: „Aus Gründen der Bodenverbesserung haben wir in den Leitungsgraben eine Sonderausführung der Bettung mithilfe einer 25 cm dicken Stahlbetonsohle als Lastverteilungsplatte erstellt. Darauf kam eine fünf cm dicke Mörtelschicht als Auflager für die Rechteckprofile aus Stahlbetonfertigteilen. Der 64 m lange Infrastrukturkanal wird in 34 Einzelteilen ,just in time‘ eingebaut. Aus statischen und hydraulischen Gründen hat sich der Auftraggeber für Stahlbetonrohre mit Rechteckquerschnitt der Firma Kleihues Betonbauteile aus Emsbüren entschieden. Wo keine Fertigteile zum Einsatz kommen können, verwenden wir vier Ortbetonbauwerke für den Kanal.“ Damit die Rohre fristgerecht zum Baubeginn im Betonwerk fertiggestellt und auf die Baustelle geliefert werden konnten, musste ein umfangreicher Qualitätssicherungsprozess eingehalten werden. Geschäftsführer Paul-Martin Großkopf dazu: „Wir produzieren unsere Produkte nach den FBS-Qualitätsrichtlinien und in der Schalung erhärtend. Die Fertigteile werden hierbei mittels selbstverdichtendem Beton (SVB) in stehender Schalung betoniert. In diesem Fall haben die 34 einzelnen Stahlbetonrahmen ein Gewicht von jeweils 8 bis 20 t. Die zur Installation der Leitungen im Kanal erforderlichen Ankerschienen werden hierbei in der Schalung fixiert und direkt mit einbetoniert. Nach der erforderlichen Abbindezeit zur Erreichung der Grünstandfestigkeit, die in der Regel circa acht bis zehn Stunden dauert, werden die Betondruckfestigkeiten mittels zerstörungsfreier Prüfung gemessen. Anschließend wird entschalt und die Bauteile zur werkseigenen Überprüfung von Geometrie und Optik übergeben. Nach entsprechender Zwischenlagerung werden die Betonfertigteile sodann zur Baustelle geliefert.“ Bildrechte: © FBS Zurück

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