Jahr 2025

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Beton als Schlüsselbaustoff der Schwammstadt und der Abwasseranlagen

Beton als Schlüsselbaustoff der Schwammstadt und der Abwasseranlagen Klimaanpassung ist kein Zukunftsthema – sie ist bereits heute eine zentrale Voraussetzung für nachhaltiges Bauen. Die Betonfertigteilindustrie verfügt über das technische Know-how und die Innovationskraft, um klimaresiliente Lösungen bereitzustellen. Durch gezielte Forschung, nachhaltige Produktion und Kooperation über Branchen hinweg kann Beton zu einem aktiven Baustein der Schwammstadt werden. Damit wird die Betonfertigteilindustrie vom reinen Bauteillieferanten zum Systemanbieter für klimaangepasste Infrastruktur – ein entscheidender Beitrag zur Umsetzung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Damit sich die Betonfertigteilindustrie als Systemanbieter für klimaangepasste Infrastruktur weiter etablieren kann, müssen die bestehenden Chancen aktiv genutzt und umgesetzt werden. Dazu gehören: Die richtige Baustoffwahl als Schlüsselakteur für klimaresiliente Infrastruktur Beton bietet zentrale Voraussetzungen für klimaangepasste Bauweisen: hohe Robustheit, Langlebigkeit und Formvielfalt. Durch industrielle Fertigung können präzise, funktionale und klimaoptimierte Bauteile in hoher Qualität entwickelt werden (zum Beispiel Retentionssysteme, Begrünungselemente, hitze- und frostresistente Strukturen, Rohre, Schächte, Rinnen, Rigolen). Innovation durch neue Produktlösungen Entwicklung von durchlässigen retentionsfähigen und multifunktionalen Fertigteilen Die Verbindung von Bautechnik und Wasserwirtschaft erweitert die Anwendungssegmente (z. B. urbane Wasserspeicherung und -versickerung, Retentions-/Rückhalteräume). Wettbewerbsvorteil durch Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit CO₂-reduzierte Betone, Recyclingzuschläge, digitale sowie industrielle Fertigung und modulare Systeme schaffen ökologische Differenzierung. Beitrag zur Kreislaufwirtschaft durch rückbaubare und wiederverwendbare und kreislauffähige Betonfertigteile und -waren. Erfüllung von Anforderungen öffentlicher Beschaffung (beispielsweise sowohl Technik- als auch Nachhaltigkeitskriterien nach EU-Anforderungen, die sowohl Eigen- als auch Fremdüberwacht sind). Wachstumschancen im öffentlichen und kommunalen Bausektor Bund, Länder und Kommunen investieren zunehmend in klimaangepasste Infrastruktur und Gebäude. Förderprogramme (zum Beispiel BMUV, KfW, EU Green Deal) schaffen zusätzliche Investitionsanreize. Betonfertigteile können skalierbare Lösungen für kommunale Anpassungsmaßnahmen liefern. Digitalisierung und Effizienzsteigerung Durch digitale Planung, automatisierte Fertigung und Qualitätssicherung in den Werken kann die Branche Ressourcen sparen und CO₂ senken. Die Verbindung von digitalen Prozessketten mit Nachhaltigkeitslösungen wird zum Wettbewerbsvorteil. Zurück

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Mehr Leichtbau wagen – mit Betonbauteilen

Mehr Leichtbau wagen – mit Betonbauteilen Leichtbau mit vorgefertigten Betonbauteilen bietet enorme Potenziale zur Dekarbonisierung und benötigt nicht nur weitere anwendungsorientierte Impulse aus der Forschung, sondern auf der Basis bereits bestehender Regelwerke und innovativer, praxisgerechter Lösungen endlich die echte Transformation in der Baupraxis. Bessere Ressourceneffizienz und CO2-Reduktion: Leichtbaukonstruktionen mit vorgefertigten Betonbauteilen verwenden deutlich weniger Material als herkömmliche, in der Regel auf der Baustelle geschalten Konstruktionen, was den Ressourcenverbrauch erheblich reduziert. Durch die Reduktion der benötigten Betonmenge wird weniger Zement gebraucht, was zu geringeren CO2-Emissionen und Energieverbrauch führt. Endlich schneller bauen und Nachhaltigkeit ganzheitlich denken: Gerade im Bereich der Infrastruktur, zum Beispiel bei Brücken, aber auch im Wohnungsbau, müssen Vorfertigungslösungen die Regel werden, nicht die Ausnahme bleiben. So wie es viele andere europäische Länder, wie die Niederlande oder Dänemark, längst praktizieren. In-situ-Konstruktionen können dort nur in Ausnahmefällen verfolgt werden, gesellschaftliche Kosten wie lange Verkehrsstaus oder sozialer Sprengstoff durch mangelnden Wohnungsbau, sind als hohe Nachhaltigkeitsziele in die Planung und Umsetzung zu integrieren. Regelwerke nutzen und propagieren: Seit der Richtlinie „Nichtmetallische Bewehrung“ des DAfStb kann Leichtbau mit alternativen Bewehrungen und deutlich geringeren Querschnitten bereits heute sicher und gesetzeskonform umgesetzt werden. Dies muss stärker kommuniziert und selbstverständlich zur Grundlage von Ausschreibungen werden. Langlebigkeit neu definieren: Mit der Begrenzung der Lebensdauer auf 50 Jahre sind die Potenziale des Leichtbaus mit Betonbauteilen nicht ausgeschöpft. Neue Konstruktionen können 100 und mehr Jahre genutzt werden und bieten bei intelligenter Planung Umnutzung und vielfältige Weiterverwendung – Long-Use und Re-Use statt Recycling. Solche Optionen sollen Grundlage von Planungen und Ausschreibungen werden. Vorgefertigte Betonbauteile in moderner Leichtbauweise verbinden die einzigartige Langlebigkeit von Gebäuden und Infrastruktur mit einem stark reduzierten Fußabdruck und ermöglichen ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Lösungen – für die Menschen, für die sie gebaut sind. Dies ist eine gemeinsame Position der Herausgeber des Branchenmagazins punktum.betonbauteile. Zurück

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Digitalisierung und Vorfertigung

Unsere Postion erschienen in Ausgabe 1/2025  Digitalisierung und Vorfertigung – Perfekte Partner Bereits Ende der 1980er Jahre gingen die ersten automatisierten Fertigungsstraßen bei Herstellern vorgefertigter Betonbauteile in Betrieb. Insbesondere im Bereich der Elementdecken- und Doppelwandfertigung wird seit rund 40 Jahren durch spezialisierte Produktionsplaner, Maschinenbauer und Softwareanbieter die Digitalisierung und der Einsatz von Robotik bei der Betoneinbringung und Stahlkonfektionierung für vorgefertigte Betonbauteile vorangetrieben. Die im Wesentlichen mittelständische und familiengeführte Vorfertigungsbranche hat dazu erhebliche Investitionen in Millionenhöhe in Umlaufanlagen getätigt, die oftmals durch Mehrschichtbetrieb eine entsprechende Effizienzsteigerung und Rentabilität ermöglichten. Gleichzeitig erlebte aber – insbesondere seit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ – die konventionelle Vor-Ort-Schalung auf Baustellen mit billigen Arbeitskräften von Sub-Subunternehmen eine bedenkliche und technologierückschrittige „Renaissance“, was die Etablierung weiterer schneller Digitalisierungsfortschritte zumindest in Deutschland lähmte. Angesichts des heutigen Fachkräftemangels, hohen Kostendrucks und der Notwendigkeit kontinuierlicher Prozessverbesserung treten allerdings aktuell die Vorteile der Vorfertigung wieder deutlich stärker in den Fokus. Die Erfahrung der Hersteller vorgefertigter Betonbauteile mit der Digitalisierung kommt ihnen dabei zugute. Die Möglichkeit, deutlich schlanker, zudem mit alternativen Bewehrungen, und damit ressourcenschonender und nachhaltiger zu bauen, wird die Zukunft des Bauens bestimmen. Das Bauen mit vorgefertigten Betonbauteilen und die Digitalisierung sind deshalb eng miteinander verknüpft und decken die gesamte Wertschöpfungskette des Bauens ab. 1. Planung und Entwurf Digitale Tools wie Building Information Modeling (BIM) ermöglichen eine präzise Planung und Visualisierung von Bauprojekten, was die Integration vorgefertigter Bauteile erleichtert. 2. Effizienzsteigerung Durch digitale Prozesse können Abläufe optimiert und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Beteiligten verbessert werden, was zu einer reibungsloseren Umsetzung führt. 3. Datenanalyse Die Digitalisierung ermöglicht die Erfassung und Analyse von Daten, die zur Verbesserung der Fertigungsprozesse und zur Vorhersage von Problemen genutzt werden können. 4. Automatisierung Digitale Technologien fördern weiter die Automatisierung in der Produktion vorgefertigter Bauteile, was die Effizienz weiter steigert und die Produktionskosten senkt. Vorfertigung und Digitalisierung sind deshalb perfekte Partner, insbesondere wenn in der Planung von Bauprojekten vorgefertigte Bauteile von Anfang an eingeplant sind. Zurück

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